"Anbandeln" und Flirten bei Tempo 200:
Erstes Speed-Dating im superschnellen Zug
- Sektempfang und Begrüßungs-Rosen am Bahnhof
- Acht Stopps und sechzehn potentielle Partner warten
64 Singles haben beim ersten Speed-Dating der Deutschen Bahn im Regionalexpress Nürnberg-München ihr Glück versucht. Unter dem Motto "Flirten bei 200 km/h" wurden zwei reguläre Waggons des schnellsten Nahverkehrszuges in Deutschland vorübergehend in eine Kontaktbörse umgewandelt. "Das Interesse war groß. 348 Leute haben sich für unser Single-Dating beworben. Aus Fairnessgründen haben wir die Teilnehmer dann ausgelost", sagte der Marketingleiter von DB Regio Bayern, Bernd Rosenbusch, bei der Abfahrt. Wieviele Herzen tatsächlich zueinander gefunden haben, wird sich erst noch zeigen.
Auf Gleis 13 am Nürnberger Hauptbahnhof gab es für die ausgewählten Teilnehmer zunächst einen Sektempfang und Begrüßungs-Rosen für die Damen. Wegen der kühlen Außentemperaturen stimmte sich mancher lieber mit Glühwein auf die gut dreistündige Flirt-Fahrt ein. Der erste gemeinsame Drink lockerte die gespannte Atmosphäre für erste Gespräche. Am Single-Check-In bekam jeder Teilnehmer eine kostenlose Fahrkarte und einen Pin mit der persönlichen Dating-Nummer. Die meisten hatten sich zu zweit oder in kleinen Gruppen für das Single- Dating angemeldet.
16 Gespräche auf einer Fahrt
Der Nürnberg-München-Express hält auf seiner Route achtmal und ungefähr im Zehn-Minuten-Takt. Nach diesem Rhythmus haben die 32 Frauen und Männer, eingeteilt in Altersgruppen von 18 bis 30 und von 28 bis 40, also auf der Hin- und Rückfahrt die Möglichkeit, mit 16 potenziellen Partnern ins Gespräch zu kommen. Nach jedem Gespräch bewerten sich die Flirtpartner und entscheiden mit einem Kreuzchen, ob sie ihr Gegenüber wiedersehen wollen. Die Kontaktdaten gibt es aber nur bei übereinstimmender Sympathie.
Positive Reaktionen
"Ob sich aus zehn Minuten Gespräch tatsächlich eine Zukunft aufbauen lässt, wage ich zu bezweifeln", sagt der 23-jährige Christian. Kerstin dagegen findet, das System funktioniert ganz gut. Nach vier Gesprächen hat sie schon ein positives Kreuzchen vergeben. "Es ist aber schade, dass man am Ende keine Zusammenfassung zu seinen Gesprächen hat. Man verliert doch irgendwann den Überblick", findet die 33-jährige Bürokauffrau. (apa/red)
