Das Wiener Beisl feiert fröhliche Urständ:
Tipp von Genuss-Papst Christoph Wagner
- Altösterreichische Gerichte zum Nationalfeiertag
- NEWS: Beisln für ein jugendliches, urbanes Publikum

·Aktueller Genusstipp von Christoph Wagner
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Leckere Köstlichkeiten von Lisl Wagner-Bacher
Wirtshausboom. Rund um den Nationalfeiertag stehen mehr denn je altösterreichische, Nationalgerichte' am Speisezettel.
So viele Krokodilstränen sind selten um eine Katze vergossen worden wie vor einem halben Jahr in Hernals. Eine Leserin rief mich damals sogar mit tränenerstickter Stimme an, ich möge doch in News dafür kämpfen, dass Günther Szigeti sein angestammtes "Weinhaus zur Schwarzen Katze" in Hernals nicht aus baulichen Gründen verlassen müsse. Nun ist Szigeti samt Katze jedoch wieder aus dem Sack - und in einem Lokal zum Vorschein gekommen, das dem alten bis zum Garderobenhakendesign aus den 50ern wie ein Ei dem anderen gleicht.
Comback in Bestform
Szigeti ist (von einem etwas zu wenig lange abgehangenen Fasan einmal abgesehen) in Bestform und tut in der Küche, was heute wieder besser denn je zuvor ankommt: Er achtet auf traditionelle Zubereitung, beste Zutaten, ideenreiche Beilagen und ein hervorragendes Verhältnis von Preis und Leistung. Seltsamerweise zieht er mit Gerichten wie Veltlinerbeuschel, Eiernockerln, geschmortem Rindsbackerl, gebackener Kalbsfledermaus und Powidltascherln weder rüstige und bissfeste Rentner noch zitronengrasfeindliche Lustgreise an, sondern ein rundum eher jugendliches, urbanes Publikum, das sich nichts vormachen lässt.
Stadt der Edelbeisln
Womit die "Schwarze Katze" sich nahtlos in die gar nicht mehr so schmale Phalanx von Wiener "Edelbeisln" einreiht, deren König mir zurzeit (nach Adi Bittermanns Übersiedelung nach Göttlesbrunn) der "Herzog" in der Sechshauser Straße zu sein scheint. (Pflichttermin für Martinigansln!) Relativ jung in dieser Riege ist auch das stimmige Weinhaus "Alt-Ottakring", das unter den Fittichen des Mödlinger Meistergastronomen Florian Fritz zu neuen (aber geschmacklich unaufgeregt altmodischen) Ufern aufbrach. Die Liste ließe sich mit bereits bekannten "Oldies" wie dem innereienfreundlichen "Zum Reznicek", den legendären Kochdamen Brigitta Grünauer und Berta Meixner, der wienerisch-triestinischen Wirtshausköchin Lucia Schuppich, dem verlässlichen "Huth" (mit der Wirtshausikone Frau Lotte) sowie dem weinfreundlichen "Seidl" fortsetzen - und wohl auch noch um etliche andere Betriebe erweitern, die schmackhaft beweisen, dass die oft totgesagte altösterreichische Küche munter dahinlebt.
Und wo bleibt der Pfarrwirt?
Auch in Grinzing scheint sich indes Großes zu tun. "Zum Niederknien", las ich in einer Tageszeitung, sei die Küche im neuen "Pfarrwirt" (früher einmal: "Zur schönen Aussicht"). Als ich fürs Wochenende einen Tisch reservieren wollte, beschied man mir jedoch: "Der Pfarrwirt is doch noch gar net offen. Da hamma bisher nur a paar Journalisten verköstigt!" Ich muss also mit dem "Knien" wohl noch etwas zuwarten.
Den gesamten Artikel von Chirstoph Wagner sowies die zehn besten Edelbeisel in der Bundeshauptstadt finden Sie im aktuellen NEWS
