Drei von vier Schulbuffets durchgefallen: Lieber Wurstsemmel statt Vollkornweckerl
- Die Arbeiterkammer testete Wiener Schulkantinen
- Dickmacher in der Auslage, gesundes Essen versteckt

·Ein Fünftel der Kinder
in Österreich zu dick
PLUS: Schlusslicht bei Prävention und Therapie
·Waliser Schulkinder mittags eingesperrt
Zu dicke Kinder damit von Fast Food fernhalten
·Fettleibigkeit kann unfruchtbar machen!
Gewichtsabnahme die einzig wirksame Lösung!
·Kinder von dicken Eltern oft noch dicker
Geben "doppelte Dosis" ihrer Gene an Kids weiter
Die Arbeiterkammer (AK) hat die Schulbuffets in 30 Schulen in Wien ernährungswissenschaftlich bewertet. Gesundes gibts überall im Angebot, ist aber eher ein Ladenhüter. Nur ein Schulbüffet bekommt die Note "Gut". Drei von vier fallen durch, weil Dickmacher auffällig platziert sind und zu wenig Gesundes angeboten wird.
"Jedes fünfte Kind in Österreich ist übergewichtig, die Hälfte davon sogar fettleibig", sagt AK Ernährungsexpertin Petra Lehner. Die AK wollte daher wissen, wie es um die Buffets in Wiener Schulen bestellt ist. Immerhin gibt es in acht von zehn Wiener Schulen ein Buffet. Die Erhebung machte für die AK das Institut für Kinderrechte und Elternbildung in 30 Wiener Hauptschulen, AHS, BHS.
Das Ergebnis
Drei von vier Buffets (23) fallen durch, weil Dickmacher in der Auslage feilgeboten wurden und es nur wenig Gesundes im Angebot gab. Nur eine Schule schneidet mit "Gut" ab - die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe am Reumannplatz. Sechs weitere Buffets erhalten ein "Befriedigend". Bewertet wurde, was es gab: Vollkorngebäck, Salat/Rohkost, Obst, Fisch, Mineral/Leitungswasser, Milch/Joghurt. Gleichzeitig durften keine Dickmacher auffällig platziert sein. Wurden alle sechs Kategorien angeboten, gab es ein "Gut", ab vier ein "Befriedigend" und bei drei und weniger "Verbesserungswürdig".
Fettmacher in der Auslage
"Jedes Buffet bietet auch etwas Gesundes an, aber leider sind ernährungsphysiologisch ungünstigere Angebote klar besser platziert", sagt Lehner. Überall gibts Süßes - oft in der Auslage - fast alle haben Wurstsemmeln, aber auch Vollkornweckerl. Jedoch: Vollkornweckerl sind seltener Eye-Cacher. Obst bieten drei Viertel der Buffets an, aber nur bei zwei liegt es in der Auslage. Stechen Getränke ins Auge, handelt es sich immer um Limonade, selbst wenn es Mineral, Fruchtsaft und Milchdrinks gibt. Knapp die Hälfte der Buffets verkaufte auch Warmes, vielfach Leberkäse- und Schnitzelsemmeln, Toast, Baguettes oder warme Fleischspeisen wie Frankfurter, Burger oder Schnitzel. Pommes gibts sehr selten, Salat nicht allzu oft.
Renner sind Wurstsemmeln und Limo
Was in der Auslage steht, verkauft sich gut. "Die Präsentation scheint das Kaufverhalten mehr zu beeinflussen als das Angebot, denn Milchprodukte gibt es fast überall, zu den Rennern zählen sie nicht", so Lehner. Das gilt für Mineral oder Fruchtsaft auch. Jeder zweite Betreiber gibt aber auch an, dass Vollkornprodukte, Mineral- oder Leitungswasser und Gemüse stark nachgefragt werden. Anders bei Obst, hier wird die Nachfrage nur von 20 Prozent als stark angegeben.
Preisdifferenzen
Große Preisunterschiede gibt es bei Wurstsemmeln und Äpfel: Eine Wurstsemmel bekommen Schüler um durchschnittlich 90 Cent, wobei die billigste nur halb so viel kostet wie die teuerste (0,7 bis 1,4 Euro). Ein Apfel macht im Schnitt 40 Cent aus. Der teuerste kostet gar fünfmal so viel wie der billigste (0,2 bis ein Euro). (OTS/red)
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