Donnerstag, 25. Oktober 2007

Luxusfieber vor der Wiener Luxusmesse: Business boomt laut FORMAT mehr denn je

  • Chinesen entdecken Vorliebe für edle Designerware
  • Neue Oberklasse aus Osteuropa schätzt Designerware

Wie die in diesen Tagen präsentierten Quartalszahlen internationaler Luxusgüterkonzerne zeigen, könnte das Geschäft mit edler Ware kaum besser laufen. Das schillerndste Beispiel ist wohl Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), der weltweit größte Hersteller von Premiumbrands.

Rund 37.200 Milliarden Dollar verteilen sich demnach auf nur 9,5 Millionen Menschen. Fazit: Die Anzahl der Millionäre ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent gestiegen, deren Vermögen im selben Zeitraum um unvorstellbare 3.800 Milliarden Dollar. Ein Gutteil davon fließt freilich in privaten Luxus.

Neue Oberklasse aus Osteuropa
Vor allem die neue Oberklasse aus Osteuropa weiß edle Designerware von Armani, Chanel & Co zu schätzen. "Viele schauen beim Kauf nicht einmal auf das Preisetikett", erzählt Marie-Béatrice Fröhlich, Chefin der Wiener Brieftaube (Paul & Shark, Gant, Basler). Auch Luxusretailer Florian Jonak, der erst in der Vorwoche unter regem medialem Interesse den auf 250 Quadratmeter Verkaufsfläche erweiterten Hermès-Store präsentierte, freut sich über florierende Geschäfte. Jonak, der via Franchise auch die Shops von Versace, Dolce & Gabbana, Armani und Ferré managt, ist vor allem mit seiner Klientel aus Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Russland sehr zufrieden.

Chinesen entdeckten ihr Faible für edle Designerware
Künftig dürften heimischen Luxusretailern aber nicht nur Kunden aus Osteuropa respektable Umsatzzuwächse bescheren. Tatsächlich haben vor allem zu Vermögen gelangte Chinesen ihr Faible für edle Designerware entdeckt. Angaben der US-Investmentbank Goldman Sachs zufolge wird das Reich der Mitte bis 2015 im Luxussegment zweistellig wachsen und Japan somit als weltgrößten Markt ablösen. Die Banker erwarten, dass die Chinesen vornehmlich wegen der hohen Konsumsteuern bevorzugt in Europa Nobelware einkaufen werden. Dass erst dann die wirklich heftige Schlacht um teuren Schmuck und feine Roben einsetzt, gilt als sicher. Denn in den nächsten acht Jahren dürften laut dem britischen Forschungsinstitut Economist Intelligence Unit rund hundert Millionen Chinesen verreisen - mehr als doppelt so viele wie heute. Dabei sollen die spendablen Chinesen dann gar achtzig Prozent mehr ausgeben als die Japaner.

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25.10.2007 10:48