Erste Wiener Tourismus-Privatuni eröffnet:
"Modul University Vienna" am Kahlenberg
- Mit dabei: Bürgermeister Häupl und Christoph Leitl
- Neue Universität soll Platz für 500 Studierende bieten
·Studiengebühren:
Europa-Vergleich
In 17 von 27 Ländern wird Gebühr eingehoben
·Gewaltiger Andrang auf Privat-Medizin-Uni
Salzburg: 633 Bewerber für nur 42 Studienplätze
Nach Jahren der Diskussion über die Zukunft der Bauten am Wiener Kahlenberg ist nun endlich der offizielle Schlussstein am Areal gesetzt worden: Die private Modul University Vienna, die Tourismusuniversität der Wiener Wirtschaftskammer, wurde feierlich eröffnet. Zu der Feierstunde auf 484 Metern Seehöhe war geballte Prominenz erschienen, darunter Kammerpräsident Christoph Leitl und seine Wiener Kollegin Brigitte Jank (beide V).
Bereits seit Anfang Oktober lernen 80 Studierende aus 23 Nationen am Kahlenberg für Bachelor- und Mastertitel. Nach dem Vollausbau in vier Jahren sollen es 500 sein. Sie müssen je nach Studiengang insgesamt bis zu 28.000 Euro bezahlen.
Kostspieliger Unterricht in Englisch
Angeboten werden unter anderem ein 18-monatiger MBA-Lehrgang im Bereich Tourismus-Management, wobei die Wirtschaftsuniversität als Kooperationspartner fungiert. Dazu kommt ein MBA-Lehrgang für "Public Governance and Management", also für die öffentliche Verwaltung, und ein sechssemestriges Bachelor-Studium für "Business Administration in Tourism and Hospitality Management". Die ausschließliche Unterrichtssprache ist dabei Englisch. Insgesamt hat die Wirtschaftskammer sechs Mio. Euro in ihr 3.500 Quadratmeter großes Zentrum mit zwölf Lehrsälen investiert.
"Universität zum Nulltarif"
In zehn Jahren soll Wiens höchstgelegene Universität zu den führenden europäischen Privatuniversitäten gehören. "Das Kahlenberg-Forum soll zu einem Alpbach des Tourismus werden", gab Jank als Richtung vor. Leitl gab allerdings zu bedenken, dass das Modul eigentlich seinen Namen nicht mehr verdiene, da "Modul" ja nur einen Teil bedeute: "Ihr seid vom Teil zum Ganzen gekommen." Wiens Bürgermeister Michael Häupl gratulierte dagegen dem anwesenden Wissenschaftsminister Johannes Hahn: "Du bekommst eine Universität zum Nulltarif." Der so Angesprochene freute sich einerseits über die Verbindung von Forschung und Lehre in der Privatuniversität. Andererseits freue er sich auch als Wiener, da durch den Neubau "eine jahrelange ästhetische Beeinträchtigung, um nicht zu sagen Beleidigung" verschwunden sei.
10 Mio. Euro für die Bildung
Bauherr Leopold Wieninger hat nach eigenen Angaben zehn Mio. Euro in den Neubau investiert. Zuvor hatte es über Monate hinweg einen Konflikt zwischen Denkmalamt und Investor gegeben. Während die Denkmalschützer auf dem Erhalt des Restaurants des Architekten Erich Boltenstern aus den 1930er Jahren bestanden, wollte Wieninger dieses abreißen lassen. Letztlich einigte man sich Ende 2004 darauf, die historische Substanz zu sanieren und in den Neubau zu integrieren. (APA/red)
