Dienstag, 23. Oktober 2007

Offenlegung der EU-Agrarförderungen: Bauernbund warnt vor "Neiddiskussion"

  • Grillitsch: Landwirtschaft hat nichts zu verbergen
  • Gesellschaft will gepflegte und offene Kulturlandschaft

Angesichts des Beschlusses zur verpflichtenden Offenlegung der Empfänger der EU-Agrarförderungen ab 2009 warnt der Bauernbund vor einer "Neiddiskussion". "Jeder Euro ist verdient, weil die Leistung unserer Bäuerinnen und Bauern stimmt", erklärte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch.

Die heimische Land- und Forstwirtschaft habe nichts zu verbergen. "Die Leistungen sind messbar und leicht mit Zahlen zu belegen", so Grillitsch. Laut einer aktuellen "market"-Studie kaufen 85 Prozent der österreichischen Konsumenten am liebsten heimische Lebensmittel, so der Bauernbund.

Gesellschaft will gepflegte und offene Kulturlandschaft
Die Gesellschaft wolle eine gepflegte und offene Kulturlandschaft, die Bereitstellung erneuerbarer Energie sowie sauberes Wasser und Umweltschutz - "auch das liefern unsere Bauern", erklärte Grillitsch. So sei etwa die biologisch bewirtschaftete Fläche um mehr als zwei Drittel gestiegen. Während im Jahr 1995 rund 189.000 ha biologisch bewirtschaftet wurden, waren es im Jahr 2005 bereits 327.000 ha. In Österreich seien direkt oder indirekt rund 530.000 Arbeitsplätze mit dem Agrarsektor verbunden.

Die Landwirtschaftsminister der 27 EU-Länder haben die verpflichtende Offenlegung der Empfänger von EU-Agrarförderungen ab 2009 beschlossen. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass die Subventionsempfänger und die Höhe der jeweiligen Förderungen ab 2009 (also beginnend mit dem Haushaltsjahr 2008) im Internet publiziert werden. In welcher Form dies geschehen soll, muss die EU-Kommission nun in einer Durchführungsverordnung klären.

(apa/red)

23.10.2007 13:27