ÖVP will sprechende Mistkübel bei der EURO
Die Wiener ÖVP verlangt ein Umweltkonzept
- Stiftner: Fanmeile darf nicht Schmutzmeile werden
- Mistkübeln mit Tonbandstimme soll Fans erziehen

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Die Wiener ÖVP vermisst für die Fußball-Europameisterschaft 2008 ein Umweltkonzept der Stadt. Deshalb präsentierte Umweltsprecher Roman Stiftner am Montag die Eckpunkte der eigenen Vorstellungen - zu denen unter anderem sprechende Mistkübel gehören. Diese solarbetriebenen Mülleimer seien während der WM in Deutschland zum Einsatz gekommen und hätten sich als sehr effektiv erwiesen.
So erklingt bei jedem Einwurf eine Tonbandstimme, wie Stiftner gemeinsam mit dem Vertreter der Herstellerfirma demonstrierte. Mit Sätzen wie "Sehr sportlich, bravo" sollen die Fußballfans zur korrekten Entsorgung ihres Mülls motiviert werden. Die sprechenden Mistkübel, von denen derzeit 20 in Berlin im Dauereinsatz seien, könnten für die Zeit der EM angemietet werden.
Überhaupt müsse sich Wien umweltpolitisch auf einen kurzfristigen Bevölkerungszuwachs enormen Ausmaßes einstellen, unterstrich Stiftner. Während in Deutschland bereits fünf Jahre vor der WM ein Umweltkonzept entwickelt worden sei, warte man in Wien vergebens: "Bisher hört man von der Stadt nichts." Die Stadträte würden auf die gepolsterten Ledersitze des VIP-Bereiches im Stadion abzielen, während für die Umwelt bestenfalls ein Stehplatz bleibe.
So müsse der erwartbare zusätzliche CO2-Ausstoß durch verstärkten Einsatz von Solarenergie kompensiert werden. Und auch beim Stromanbieter solle die Stadt auf denjenigen zurückgreifen, der den meisten Ökostrom liefere, nicht notwendigerweise nur auf die Wien Energie.
Bei der Gastronomie sollte auf die Verwendung von Mehrwegsystemen gedrängt werden. Zusätzlich sollte das Kriterium des Energiesparens den Ausschlag für die Lizenzvergabe geben.
Nicht zuletzt sei aber auch der Müll eine zentrale Frage, wie VP-Mandatar Robert Parzer betonte. In den Stadien sollten Abfallberater eingesetzt werden: "Wir wollen nicht, dass das Praterstadion nach einem Spiel ausschaut, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte."
An neuralgischen Punkten müssten überdies eigene Putztrupps zum Einsatz kommen, um einer Verschandelung vorzubeugen. "Ziel muss sein, dass die Fanmeile nicht zur Schmutzmeile wird", so Stiftner.
(apa/red)
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