Lehmann als Statist bei Arsenal verärgert:
'Man sollte Spieler nicht zu lange demütigen'
- DFB-Teamgoalie sieht sich stärker als seine Kollegen
- Einen besserer Torwart für Wenger nicht realisierbar

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Vergab zuvor Elfmeter gegen Ex-Sturm-Goalie
Trotz seiner jüngsten Versetzung in die Reservisten-Rolle bei Arsenal will Jens Lehmann erst einmal weiter in London um seine Position als Nummer eins kämpfen, allerdings nur für eine beschränkte Zeit. "Momentan nehme ich das alles als Demütigung hin", erklärte der DFB-Teamgoalie in einem Interview mit dem Pay-TV-Sender Premiere, das für die Übertragung des Champions-League-Spiels der Londoner gegen Slavia Prag aufgezeichnet wurde. "Aber ich denke, natürlich auch an meinen lieben Trainer gerichtet, man sollte Spieler nicht zu lange demütigen", ergänzte Lehmann in Richtung Arsene Wenger.
Der Arsenal-Coach hatte Lehmann in der Premier League sogar auf die Tribüne verbannt und wieder den Spanier Manuel Almunia ins Tor gestellt. "Das muss man über sich ergehen lassen", meinte Lehmann, der in der Champions League zumindest wieder in den Kader rückte. Allerdings brachte der 37-Jährige auch deutlich zum Ausdruck, dass seine Geduld nicht unerschöpflich ist: "Es kann sein, dass ich mich irgendwann einmal danach fühle, dass ich zu dieser ganzen Thematik etwas sagen muss."
Lehmann sieht sich noch immer stärker als seine Kontrahenten Almunia und Lukasz Fabinski. "Almunia hat nämlich bisher noch nicht gezeigt, dass er uns Spiele gewinnen konnte", sagte die deutsche Nummer eins, die im Hinblick auf die EURO 2008 regelmäßige Spielpraxis braucht. Er habe die Situation schon einmal erlebt und wisse um die mentale Verfassung seines Rivalen Almunia: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das durchhält." Auch deshalb ist Lehmann weiter "fest davon überzeugt, dass ich schon bald wieder spielen werde".
Wenger hatte zuletzt von "drei Weltklasse-Torhütern" bei Arsenal gesprochen. "Einer davon werde dann ja wohl ich sein", entgegnete Lehmann und schloss an: "Die anderen beiden haben ihre Klasse dadurch unter Beweis gestellt, dass sie Titel gewonnen haben? Wenn ich überlege, fällt mir aber gerade keiner ein." Seinen jüngsten überzeugenden Auftritt mit der DFB-Elf in Dublin, wo er nach Verletzungspause erstmals wieder gespielt hatte, wertete Lehmann unter den derzeitigen Umständen sogar als Nachteil. Denn Wenger wisse jetzt, dass er einen Keeper habe, der aus dem Nichts ohne Matchpraxis ein ziemlich gutes Spiel machen könne. Lehmann: "Einen besseren Torwart, der auf der Bank sitzt, kann er sich nicht wünschen." (apa/red)
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