David und Goliath im Kampf um MLB-Krone:
Rockies und Red Sox vor Playoff-Finale 2007
- Kühle Routiniers treffen auf unerschrockene Rookies
- Red Sox schafften Finaleinzug nur knapp vs. Indians

Für die einen ist es der "Soxtober", für die anderen der "Rocktober". Und für beide zusammen ist es einfach nur der heißeste Monat des Jahres. Wenn einander am 24. Oktober die Boston Red Sox und die Colorado Rockies in der World Series, dem Finale der US-amerikanischen Major League Baseball (MLB), gegenüber stehen, ist es ein Duell, das unterschiedlicher nicht sein kann. Historie, Hysterie und Hype treffen auf Underdog, Unerfahrenheit - aber auch Unerschrockenheit.
"Klar es ist wie David gegen Goliath. Aber wir sind genauso selbstbewusst wie sie, genauso heiß. Und wir denken, dass wir genauso gut wie die Red Sox sind", betont Colorados Matt Herges vor dem ersten Finalspiel der Serie "Best of Seven" im legendären Bostoner Fenway-Park, dem ältesten Stadion der Liga.
Knapper Finaleinzug des Traditionsclubs
Während die "Rox" erst 1991 gegründet wurden, sind die "Sox" 106 Jahre alt und der Inbegriff für Tradition. Der Club, das Stadion, die Stadt sind Baseball-Geschichte pur. Zum elften Mal hat der erste Meister der MLB die World Series erreicht. Die Rockies hingegen erleben ihr Finaldebüt. Eines, das Geduld gefordert hat. Denn während Colorado sein Halbfinale gegen die Arizona Diamondbackers glatt mit 4:0 Siegen gewann und somit seit dem 15. Oktober auf seinen Finalgegner warten musste, haben die Red Sox erst jüngst durch einen 11:2-Erfolg im siebenten und entscheidenden Spiel gegen die Cleveland Indians den Endspieleinzug geschafft.
Von Kräfteverschleiß ist beim sechsfachen Meister dennoch nichts zu spüren. "Wir wollten ins Finale und das haben wir geschafft. Jetzt ist alles möglich", sagte Manny Ramirez, der Topverdiener und Superstar des Teams.
Harter Brocken für die Debütanten
Ramirez ist einer von sieben Spielern, die noch aus der Meistermannschaft von 2004 dabei sind. Damals machte sich der Traditionsverein von der Ostküste "unsterblich" und sorgte im Halbfinale gegen den Erzrivalen, die New York Yankees, für das größte Comeback in der Baseball-Geschichte. In der Serie "Best of Seven" hatten die Red Sox die ersten drei Partien verloren, setzten sich aber noch 4:3 durch und gewannen schließlich auch das Finale. Einen solchen Rückstand hatte vorher in der 100-jährigen MLB-Geschichte noch nie ein Team aufgeholt.
Boston hat viele erfahrene Routiniers, Colorado hingegen erfolgshungrige Rookies. Das Gros der Mannschaft hat zum ersten Mal überhaupt die Playoffs erreicht, mit Willy Taveras stand nur ein Akteur schon einmal in den Endspielen. (apa/red)
