Montag, 22. Oktober 2007

Auf Jahrestagung der Weltbank festgelegt:
Klimaschutz stärker in Mittelpunkt rücken

  • Klimafreundliche Technologien für 3. Welt ermöglichen
  • Aber: kein größeres Mitspacherecht für arme Länder

Die Weltbank will den Klimaschutz noch stärker ins Zentrum ihrer Arbeit rücken. Eine neue Strategie soll Entwicklungs- und Schwellenländern künftig helfen, Armut zu verringern, das Wachstum zu fördern und dabei zugleich wenig klimaschädliche Treibhausgase zu produzieren. Die Entwicklungshilfeorganisation solle als eine "wertvolle Ressource" im Kampf gegen die Erderwärmung in Position gebracht werden, sagte ihr Präsident Robert Zoellick am Sonntag in Washington bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Die Weltbank wolle mit ihrem Wissen "dabei helfen, Strategien zu durchdenken, die Teil einer Wachstumsstrategie sind", sagte der frühere US-Vizeaußenminister und -Handelsbeauftragte. Dazu zähle auch, Märkte zum Emissionshandel aufzubauen oder armen Ländern den Zugang zu klimafreundlichen Technologien zu erleichtern. Die Weltbank soll sich dafür einsetzen, dass öffentliche und private Geber künftig "erhebliche zusätzliche Mittel" dafür zur Verfügung stellen, hieß es in einer Erklärung des Entwicklungsausschusses, in dem die 185 Mitgliedsländer von Bank und IWF vertreten sind.

Keine Einigung bei Stimmanteilen
Keinen Fortschritt habe es unterdessen im Hinblick auf ein angestrebtes größeres Mitspracherecht für Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Weltbank gegeben, sagte die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Von den Problemen beim IWF, eine Einigung bei der Erhöhung der Stimmanteile für diese Länder zu erreichen, solle sich die Weltbank aber nicht beeinflussen lassen. "Notfalls muss man die Diskussion eben getrennt voneinander führen", sagte die Ministerin.

Wieczorek-Zeul zeigte sich nach der Sitzung des Entwicklungsausschusses hoffnungsvoll, dass es zu Fortschritten bei der von ihr geforderten Entschuldung des westafrikanischen Landes Liberia kommt. "Ich habe Grund zur Annahme, dass es hier Bewegung gibt", berichtete sie nach Gesprächen mit Gläubigerländern. Die Ministerin hatte sich in Washington überdies für ein verstärktes Engagement der Weltbank beim Klimaschutz eingesetzt. (apa/red)

22.10.2007 09:28