Donnerstag, 25. Oktober 2007

Neues Indiz für nahenden Iran-Angriff? USA schaffen bunkerbrechende Bomben an

  • US-Demokraten: "Bunkerknacker" gegen Teheran
  • USA verhängen Sanktionen gegen iranisches Militär

Die US-Regierung hat mit einem Haushaltsposten für bunkerbrechende Munition Befürchtungen der Demokraten im Kongress geweckt, die Bomben sollten gegen den Iran eingesetzt werden. Er tippe auf die Islamische Republik als Ziel der zur Bestückung von B-2-Bombern bestimmten Sprengkörper, sagte der Abgeordnete Jim Moran. Im Irak werde solche Munition nicht eingesetzt, und in Afghanistan gebe es keine gehärteten oder unterirdischen Ziele, für deren Bekämpfung der "Bunkerknacker" benötigt werde.

Die US-Regierung hat für die Kriege im Irak und in Afghanistan beim Kongress zusätzlich fast 200 Milliarden Dollar (141 Mrd Euro) beantragt. In dieser Summe sind auch die rund 88 Millionen Dollar für bunkerbrechende Munition enthalten. Morans Parteifreund Jim McDermott sagte, die Anforderung von Mitteln für bunkerbrechende Munition wecke bei ihm Sorgen, weil der Ton der US-Regierung gegen den Iran schärfer geworden sei.

Präsident George W. Bush warnte, eine atomare Aufrüstung des Iran könnte zu einem dritten Weltkrieg führen. Die USA werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Ein Großteil der iranischen Atomanlagen wird unter der Erde vermutet. Ein Kongressberater gab allerdings zu bedenken, das vorgeschlagene Programm für die Munition werde erst 2009 oder 2010 abgeschlossen sein. Bis dahin sei die Regierung Bush nicht mehr im Amt.

Sanktionen gegen iranisches Militär
Die USA haben unterdessen Sanktionen gegen das iranische Militär und drei iranische Banken verhängt. US-Außenministerin Condoleezza Rice begründete die Maßnahmen mit der "unverantwortlichen Haltung" des Iran. Die USA haben damit ihren Druck auf den Iran verstärkt, dem sie den Bau von Atomwaffen vorwerfen.

Die iranischen Revolutionsgarden wurden von der US-Regierung als Verbreiter von Massenvernichtungswaffen gebrandmarkt. Ihre Eliteeinheit Al-Kuds-Brigaden gilt in den USA fortan als Förderer des Terrorismus. Die USA werfen der Einheit vor, Aufständische im Irak auszubilden und zu bewaffnen.

Es ist das erste Mal, dass die USA Strafmaßnahmen gegen das Militär eines souveränen Staates verhängen: Die Revolutionsgarden sind Teil der iranischen Streitkräfte. Insgesamt haben die USA nach offiziellen Angaben bisher Sanktionen gegen mehr als 20 iranische Unternehmen, Banken, Personen und das Verteidigungsministerium verhängt. Begründet wurden sie damit, dass der Iran sein Atomprogramm nicht offenlege und den internationalen Terrorismus fördere.

(apa/red)

25.10.2007 15:41