Sonntag, 28. Oktober 2007

Wer hat vergessen, an der Uhr zu drehen?
Eine Stunde "mehr" dank Winterzeiteinkehr

  • Uhren wurden von 3:00 auf 2:00 Uhr zurückgestellt
  • Einführung der Umstellung 1972 anlässlich der Ölkirse

Vor allem unverbesserliche Morgenmuffel haben am 28. Oktober die zusätzlichen 60 Minuten als ein Geschenk des Himmels bzw. des Gottes Morpheus zu schätzen gewusst. In dieser Nacht wurde nämlich an der Uhr gedreht, um wieder von Sommer- auf Normal- bzw. Winterzeit zu wechseln.

Heute gehen in ganz Europa die Uhren wieder anders. Die Sommerzeit begibt sich in den "Winterschlaf". Dabei wurden die Uhren um eine Stunde - von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr - zurückgestellt. Auch an der vermutlich ältesten noch in Betrieb befindlichen Turmuhr Österreichs - jener im Linzer Landhaus - musste an den Rädern gedreht werden.

Viele Menschen können sich das Zurückdrehen per Hand jedoch ersparen: Ihre Armbanduhren und Wecker empfangen ein Funksignal zur Umstellung automatisch um Punkt 3.00 Uhr der "alten" Zeit - genauso wie die Uhren an Bahnhöfen und Flughäfen. Das Ursprungssignal kommt von den Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig und wird über einen Langwellensender weitergeleitet.

Und alle machen mit!
In der gesamten EU wird am letzten März-Sonntag an der Uhr gedreht - und am letzten Sonntag im Oktober - wieder zurück. Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang.

Bei uns ticken die Uhren langsamer
Österreich beschloss die Einführung erst 1979 wegen verwaltungstechnischer Probleme und weil man eine verkehrstechnische Harmonisierung mit der Schweiz und Deutschland wünschte. Diese beiden Länder führten die Sommerzeit auch erst 1980 ein. Allerdings gab es in der Alpenrepublik bereits im Ersten Weltkrieg schon einmal die Sommerzeit. Im Jahr 1916 galt sie für die Monarchie vom 1. Mai bis 30. September, wurde dann aber wieder eingestellt. Ein zweiter - auf Dauer erfolgloser - Versuch wurde in den Jahren 1940 bis 1948 unternommen.

Für die Elektrotechniker ist die Umstellung eine willkommene Gelegenheit, auf die Wichtigkeit des FI-Schutzschalters hinzuweisen und dessen Überprüfung zu propagieren. Ist dieser defekt, bestünde in den betroffenen Haushalten latente Brand- und Lebensgefahr. (apa/red)

28.10.2007 08:46