Kanzler ganz wie Kreisky: Außenpolitische Kontakte & Temine um im Inland zu punkten
- Passt Gusenbauer in die Fußstapfen seines Vorbilds?
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Kanzler Gusenbauer pflegt seine "politischen Freundschaften" sehr gewissenhaft. Dies keineswegs nur um die Welt zu bereisen (wie es ihm von VP-Generalskretär Missethon vorgeworfen wurde) oder um Journalisten nettes Fotomaterial zu liefern. Ganz im Gegenteil er wählt seine Kontakte sehr bedacht. Denn er weißgenau, außenpolitische "Verkumpelungen" können auch immer wieder hilfreich bei der Lösung innenpolitischer Agenden sein. Ein Politikstil, der ebenso altbekannt wie altbewährt ist, denn auch sein großes Vorbild "der Sonnenkönig" Bruno Kreisky machte es nicht anders.
Es war just sein erster Staatsbesuch: Wenige Wochen nach der Regierungsbildung, besuchte Alfred Gusenbauer jene Frau, mit der er stets verglichen wurde: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nicht erst seit dieser Antrittsvisite hat der rote Bundeskanzler eine Vorliebe für Außenpolitik. Hinter der Sehnsucht nach Terminen mit den wirklich Großen dieser Welt steckt vielmehr eine klare Strategie: Der SPÖ-Chef will sich, wie Frau Merkel es erfolgreich vorgelebt hat, via internationales Parkett auch in der Heimat profilieren.
Gusenbauers Kontakte
Dabei geht es freilich nicht nur um wahlkampftaugliche Fotos mit Angela Merkel, Italiens Regierungschef Romano Prodi oder Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, sondern eben auch um wichtige Kontakte, die Gusenbauer innenpolitisch stärken sollen. Sein Draht zur konservativen deutschen Kanzlerin habe die leidige Unizugangsdebatte "zumindest kurzfristig" gelöst, erklärt etwa ein SP-Stratege.
Vorbild Kreisky
Damit, so hofft zumindest Gusenbauer, könne er auch endlich in die Fußstapfen seines großen Vorbilds Bruno Kreisky treten. Oder zumindest den ewigen schwarzen Vorwurf, er sei "kein Staatsmann", zunichtemachen.
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