Donnerstag, 25. Oktober 2007

Rumänische Bande verübte 151 Einbrüche:
Alle Mitglieder wurden von Polizei verhaftet

  • Bande verübte Einbrüche, Diebstähle und auch Raub
  • Groß angelegte Diebstahlstouren im Großraum Wien

Insgesamt 151 Einbrüche, viele Diebstähle und ein Raub im Zeitraum zwischen November 2006 und September 2007 gehen vermutlich auf das Konto einer Bande aus Rumänien. Der letzte der meist aus sechs Männern bestehenden Gruppe wurde vergangenes Monat bei einer Großaktion der Polizei in Wien geschnappt. Den ersten Verdächtigen verhaftete die Exekutive im Mai, danach konnte man "sukzessive" Erfolge verbuchen, sagte Chefinspektor Edmund Borlak von der Kriminaldirektion 1 zur APA. Jetzt habe man der Truppe den Großteil der Delikte nachgewiesen.

Zugang zu den Wohnungen in Wien, Niederösterreich und im Burgenland verschafften sich die Einbrecher durch Abbrechen der Zylinder. Sie haben "alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war", erzählte Borlak. Hauptsächlich waren dies elektronische Geräte wie Laptops, PCs und Kameras, aber auch Schmuck sowie Bargeld. Die erbeuteten Gegenstände wurden meist am selben Tag an verschiedene Geschäfte in Wien verkauft. Der Rest wurde in Paketen mit der Bahn, Autobussen und Privat-Pkw nach Rumänien gebracht, so der Polizist.

Die Gruppe, bestehend aus meist sechs Personen zwischen 20 und 40, scharte sich um den 22-jährigen Dan B. Laut Borlak hat es teilweise Streitereien unter den Männern gegeben, das wirkte sich auf die Zusammensetzung bei den Diebstahlstouren aus. Laut dem Ermittler dürften "wahrscheinlich noch zwei bis drei weitere" Personen involviert gewesen sein. Der 22-jährige Anführer wurde von einem betroffenen Wohnungsinhaber auf einem Fahndungsfoto wiedererkannt. Der Mann wurde von der Truppe mit Pfefferspray angesprüht, nachdem er sie beim Einbruch in sein Haus in St. Pölten ertappte.

Weiters habe die Bande bei Abwesenheit des Haupttäters "aus der Not eine Tugend gemacht" und "gewerbsmäßige" Diebstahlstouren in und rund um Wien durchgeführt, teilte Borlak mit. Mit dem Auto haben die Männer Kaufhäuser und Geschäfte abgeklappert und Ausschau nach potenziellen Opfern gehalten. Vorgegangen seien sie meist nach demselben Prinzip: Das Opfer wurde mit Fragen wie "Wo ist der Zucker?" abgelenkt, währenddessen wurde Geld aus der Tasche oder dem Einkaufswagen entnommen. Um einen missglückten Diebstahl dürfte es sich bei dem Raub handeln, dessen die Männer ebenfalls beschuldigt sind. Die Bande hat laut Borlak einer alten Frau die Geldtasche weggenommen.

Mit Sicherheit können der Gruppe 151 Einbrüche nachgewiesen werden. Einige weitere seien unter anderem aufgrund der technischen Überprüfung der Zylinder noch offen. Besonders im Raum Burgenland und Niederösterreich "könnten noch ein paar dazukommen", sagte Borlak. Hinweise werden an die Kriminaldirektion 1, Gruppe Borlak, unter der Telefonnummer (01) 31310-33620, 33631 oder 33632 erbeten.

(apa/red)

25.10.2007 12:31