Donnerstag, 18. Oktober 2007

Statt Kleinwagen darf's heute Porsche sein: Dicke Schlitte bei Frauen immer beliebter

  • FORMAT: 36% der Frauen fahre mit über 100 PS
  • Branche muss sich auf neue Zielgruppe einstellen

Immer mehr Frauen - freilich auch abhängig von der Schwere ihres Geldbörsels – pfeifen darauf, die alten Klischees zu bedienen und ein handliches, kleines "Frauenauto" zu kaufen. Das ergibt eine aktuelle Studie des Mineralölkonzerns Aral, "Trends beim Autokauf 2007". Demnach verlieren pragmatische Kriterien wie Verbrauch, Wiederverkaufswert, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit in der weiblichen Gunst, emotionale Werte wie Design und Image gewinnen hingegen.

Während sich im Jahr 2000 23 Prozent der Frauen für ein Auto mit mehr als 100 PS entschieden, sind es heute 36. Das schlägt sich auch in der von Aral analysierten Markenvorliebe von Frauen nieder. Mit Audi punktet eine klassische "Männer"-Marke aus dem Premiumsegment besonders stark.

Bedenkenswerte Ergebnisse
Diese Analyse gibt der Branche zu denken. Mittlerweile werden vierzig Prozent aller Autos von Frauen gekauft. Bei einzelnen Modellen, wie dem VW Eos, einem Coupé-Cabrio, sind es sogar 65 Prozent. Überhaupt haben Frauen eine besondere Vorliebe für das Fahren mit offenem Verdeck: Nur fünf Prozent der Männer wollen sich beim nächsten Autokauf für ein Cabrio entscheiden, bei Frauen sind es doppelt so viele.

Neue Zielgruppe
"Früher waren Frauen von Männern in schicken Cabriolets beeindruckt", glaubt Autohändler Walter Benda zu wissen, "heute wollen sie selbst damit fahren." Benda, selbst nicht gerade ein typischer Frauenversteher, lernt deshalb auf seinem Simmeringer Verkaufsgelände gerade eine neue Zielgruppe kennen: die junge, sportliche, spontane Frau, die auf Pferdestärken unter der Motorhaube steht.

Porsche legt zu
Nur logisch, dass auch Porsche-Modelle bei Frauen ein rasantes Wachstum verzeichnen. "Der Frauenanteil beim Porsche Boxster, einem Wagen mit mindestens 245 PS, stieg gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf fast ein Viertel an", weiß Pressesprecher Hermann Becker.

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18.10.2007 09:22