Donnerstag, 18. Oktober 2007

Film ab bei der Viennale 07: Auftakt mit Jane Fonda & dem Hollywood-Klassiker Klute

  • US-Stargast bei Eröffnungsgala heute im Gartenbau
  • Filmfestival zeigt rund 300 Filme in zwölf Tagen

Mit Alan J. Pakulas "Klute", einem Klassiker aus dem Jahr 1971 mit Jane Fonda in der oscargekrönten Rolle als Callgirl, wird heute im Wiener Gartenbaukino die 45. Viennale eröffnet. Fonda, der heuer das Tribute gewidmet ist, wird bei der Gala persönlich anwesend sein. Ob auch Bundespräsident Heinz Fischer wieder dabei sein wird, ist noch offen. Bis 31. Oktober präsentiert das größte internationale Filmfestival in Österreich insgesamt rund 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt. Darunter finden sich wieder zahlreiche Ur- und Erstaufführungen sowie Klassiker und Entdeckungen.

Drei Jahre lang habe man sich um Jane Fonda bemüht, hatte Festivalleiter Hans Hurch im Sommer berichtet. Umso glücklicher sei man nun, dass sie zur Eröffnung und am anschließenden Wochenende in Wien sei. Aus Anlass des Tributes kommt auch der legendäre Kameramann Haskell Wexler zur Viennale. Im Psychothriller "Klute" spielt Fonda das Callgirl Bree, die dem Privatdetektiv Klute (Donald Sutherland) helfen soll, einen verschwundenen Freund zu suchen. Bald ist jedoch ein Mörder hinter Bree her. Mit Fonda sind bei der Viennale u.a. "Barefoot in the Park" von Gene Saks, "They Shoot Horses, Don't They?" von Sydney Pollack oder "Coming Home" von Hal Ashby zu sehen.

Verstärkt europäisches Kino im Fokus
Hurch, bemüht, einen Querschnitt all jener Filme zu zeigen, die im vergangenen Produktionsjahr "relevant und gut" waren, setzt heuer wieder stärker auf europäisches Kino, dem er in den vergangenen Jahren keine großartigen Entwicklungstendenzen prophezeit hat. Aus Österreich haben es 14 Filme ins Programm geschafft, darunter "Import Export" von Ulrich Seidl, "Free Rainer" von Hans Weingartner, "Hermes Phettberg - Elender" von Kurt Palm und "Nur kein Mitleid" von Peter Kern. Das außereuropäische Programm umfasst mehrere große Namen aus den USA und dem asiatischen Raum sowie drei Filme aus Argentinien. Aus Afrika hat es mit "Rome Rather Than You" nur ein algerisch-koproduzierter Spielfilm ins Programm geschafft.

Zusätzliche Specials
Während es heuer nur ein Tribute gibt, haben sich über den Sommer noch einige Specials zu den zwei ursprünglich vorgestellten dazugesellt. Neben der Exploitation-Filmerin Stephanie Rothman und der französischen Regisseurin Pascale Ferran, die kürzlich mit "Lady Chatterley" einen großen Erfolg landete, beschäftigt sich die Viennale heuer auch noch mit der radikalen Underground-Filmerin Nina Menkes sowie Danny Williams und dessen rätselhaftem Verschwinden. Die elf "Best Off"-Filme waren ursprünglich von Hurch nicht für das Programm vorgesehen und wurden von der Programmabteilung zusammengestellt. In einem "Special Screening" wird zudem der 330-minütige Tagebuch-Film "Yoman" ("Tagebuch") von David Perlov präsentiert.

Retrospektive über das essayistische Kino
Apropos Tagebuch-Film: Dem essayistischen Kino von 1909 bis 2004 ist heuer die Retrospektive gewidmet, die schon seit 1. Oktober im Filmmuseum zu sehen ist. Und das traditionelle Filmarchiv-Austria-Special zeigt diesmal in der Reihe "Proletarisches Kino" eine "Filmschau zur linken Filmkultur der Ersten Republik". Insgesamt wurden im Vergleich zum Vorjahr die Nebenschienen reduziert, das Programm wirkt übersichtlicher und zugänglicher. Als Abschlussfilm wird am 31. Oktober im Gartenbaukino Christian Petzolds "Yella" gezeigt. Im Rahmen der Abschlussgala werden wieder der Wiener Filmpreis, der Fipresci-Preis sowie der Preis der "Standard"-Leserjury verliehen.

Prominente Gäste
Als Festivalgäste werden neben Fonda, Wexler, Rothman, Ferran und Menkes u.a. die US-Regisseure Todd Haynes, Tom Kalin und Jem Cohen, die französischen Schauspieler Sandrine Bonnaire und Guillaume Depardieu sowie die deutschen Stars Moritz Bleibtreu und Nina Hoss erwartet. Das Festival, dessen Trailer heuer vom Musikvideo-Spezialisten Jem Cohen gestaltet wurde, wird auch heuer mit einem Gesamtbudget von 2,6 Mio. Euro bestritten. Mit Gartenbau-, Urania-, Metro-, Stadt- und Künstlerhauskino werden erneut fünf Kinos sowie das Filmmuseum bespielt. Die Urania fungiert wieder als Treffpunkt mit Konzerten oder DJ-Nights, außerdem gibt es Diskussionen sowie Lectures im Filmmuseum.

(apa/red)

18.10.2007 16:23

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