Vor 20 Jahren: Östereich wird Vollmitglied der Europäischen Raumfahrtagentur ESA
- Großer Festakt in der Hofburg mit ESA-Chef Dordain
- Österreich stark bei Erdbeobachtung und Navigation

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Seit 10 Jahren an vielen Welltallmissionen beteiligt
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ESA-Beitrag erhöhen
Von 1,3 % auf 2,2 % des
Bruttoinlandsprodukts
Österreichs Vollbeitritt zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit 1. Jänner 1987 jährt sich heuer zum 20. Mal: Das Jubiläum der Mitgliedschaft wird heute mit einem Festakt und einer Konferenz in der Wiener Hofburg gefeiert. Laut der österreichischen Forschungsgesellschaft FFG werden u.a. ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain und Bundespräsident Heinz Fischer, der als Wissenschaftsminister 1985 den Vertrag über die Vollmitgliedschaft für Österreich unterzeichnet hat, erwartet.
Die Jubiläumsveranstaltung wird von Infrastrukturministerium (BMVIT) und FFG gemeinsam mit der ESA organisiert. Dem Festakt folgt eine Konferenz unter dem Motto "Was bringt der Weltraum?", die sich u.a. im Rahmen von zwei Podiumsdiskussionen der Geschichte und Zukunft Österreichs im Weltraum widmet.
Österreich hoch qualifiziert
Im vergangenen Jahr war Österreich mit rund 33 Mio. Euro an den Aktivitäten der europäischen Raumfahrtagentur ESA beteiligt: Der "Club-Beitrag" im Rahmen des Pflichtprogramms beträgt dabei 14 Mio. Euro und wird nach der Wirtschaftskraft der einzelnen Mitgliedsländer bemessen ("Bruttonationalprodukt-Schlüssel"). Rund 19 Mio. Euro investierte Österreich in die sogenannten Wahlprogramme "a la carte", berichtete Harald Posch, Leiter der Agentur für Luft- und Raumfahrt (ALR, ehemalige ASA). "Sehr gut dabei" sei man etwa bei der Erdbeobachtung, der Navigation und Telekommunikation sowie beim Technologieprogramm der ESA.
Der durch die ESA über Aufträge garantierte Rückfluss liegt derzeit bei 94 Prozent innerhalb von fünf Jahren. "Es gibt einige hoch qualifizierte Produzenten von Nischenprodukten in Österreich", so Posch gegenüber der APA. Das reiche von der Softwareentwicklung über die digitale Elektronik bis hin zu neuen Antriebssystemen und umschließe kleine Firmen wie etwa den Software-Entwickler GeoVille in Innsbruck bis hin zu großen Unternehmen wie etwa den Elektronik-Spezialist Austrian Aerospace und den Software-Entwickler Siemens PSE, aber auch die außeruniversitäre Forschungseinrichtung Austrian Research Centers (ARC) Seibersdorf als Materialentwickler.
Bemannte Infrastruktur kostspielig
Traditionell zurückhaltender war Österreich mit Investitionen in die bemannte Raumfahrt - "nicht, weil wir das nicht als faszinierende Sache sehen, sondern weil die bemannte Infrastruktur sehr, sehr teuer ist", so FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner: "Bei einem kleinen Land mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten muss man das Budget dort investieren, wo es den größten Nutzen bringt." So habe Österreich im Laufe der vergangenen Jahre mit der Schwerpunktsetzung auf Erdbeobachtung und Telekommunikation bzw. Navigation den richtigen Riecher bewiesen.
Aus beiden Bereichen sind heute zwei große europäische Programme entstanden: das europäische Satellitennavigationssystem Galileo und das satellitengestützte Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Nun ginge es darum, die Kette - vom Bau des Satelliten bis zum End-User auf dem Erdboden - gut zu schließen und Nutzen aus den Satellitendiensten zu ziehen, etwa in Bezug auf die Optimierung der Verkehrssysteme.
Überrepräsentiert in der ESA
Die Interessen Österreichs in den Gremien der ESA werden durch die ALR und das Infrastrukturministerium vertreten. Mit rund 40 Personen kommen etwa zwei Prozent der insgesamt 1.967 ESA-Mitarbeiter (2006) aus Österreich, was für Pseiner sehr erfreulich ist. Bei der ESA sei man damit über die vergangenen 20 Jahre immer überrepräsentiert gewesen.
(apa/red)
