"Schwarze weniger intelligent als Weiße":
DNA-Pionier Watson verursacht einen Eklat
- Vortrag des Wissenschaftlers nun in London abgesagt
- Plus: Rassenhygiene aus NS-Zeit bringt schöne Mädls

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·Männer liegen bei
der Intelligenz vorne
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Einen Sturm der Entrüstung hat der Medizinnobelpreisträger von 1962 und DNA-Entschlüsseler James Watson (79) mit der Behauptung ausgelöst, Schwarzafrikaner seien weniger intelligent als Weiße. Wie die britische Zeitung "The Independent" berichtete, hat das angesehene Science Museum in London deshalb einen Vortrag des prominenten amerikanischen Wissenschaftlers gestrichen.
Watson will in Großbritannien sein neues Buch mit dem Titel "Avoid boring people. Lessons from a life in science" ("Meide langweilige Leute. Lektionen aus einem Wissenschaftlerleben") vorstellen. Dazu will er die bedeutendsten akademischen Institutionen des Landes, darunter in Oxford und Cambridge, sowie die Royal Society in London aufsuchen.
Auftritt wurde abgesagt
So war ein bereits ausgebuchter Auftritt im Science Museum vorgesehen. Dieser wurde nun wegen Watsons Äußerungen, die, so die Begründung, "über jeden akzeptabel Diskussionspunkt" hinausgingen, abgesagt. Vertreter von Menschenrechtsorganisationen forderten, Watson solle seine Äußerungen zurücknehmen und sich entschuldigen.
Gene für unterschiedliche Intelligenz?
Watson hatte in "The Sunday Times" die Ansicht vertreten, die Zukunftsaussichten für den afrikanischen Kontinent seien schlecht. Der Westen ginge in seiner Entwicklungshilfe-Politik nämlich davon aus, dass "ihre Intelligenz unserer entspricht, obwohl alle Tests dagegen sprechen". In den kommenden zehn Jahren würden die für diese Unterschiede verantwortlichen Gene entdeckt werden.
Immer wieder Kontroversen
Watson hat laut italienischer Zeitung "Corriere della sera" bereits in der Vergangenheit mit Aussagen über Politik, Sexualität und Rassen für Kontroversen gesorgt. 1997 behauptete er, eine Frau habe das Recht auf Abtreibung, wenn aus der genetischen Analyse des Embryos hervorgehe, dass ihr Kind homosexuell veranlagt sei. Zudem meinte Watson, Farbige hätten eine ausgeprägtere Libido als Weiße.
Nur noch schöne Mädchen
Außerdem sprach er sich für Eugenik - in der NS-Zeit als "Rassenhygiene" bezeichnet - aus. "Die Leute meinen, es wäre furchtbar, wenn alle Mädchen schön wären. Ich dagegen glaube, es wäre wunderbar."
Nobelpreisträger Watson
Watson hatte gemeinsam mit dem 2004 verstorbenen Francis Crick 1953 die räumliche Struktur der menschlichen Erbsubstanz DNA als "Doppelhelix" entschlüsselt. 1962 wurden die beiden gemeinsam mit Maurice Wilkins, der sie mit der Messmethode der Röntgenkristallographie vertraut gemacht hatte, mit dem Medizin-Nobelpreis belohnt. (apa/red)
