Mittwoch, 17. Oktober 2007

BAWAG-Eigentümer verkauft Osttöchter:
Marktanteilsziele von 5 % wurden verfehlt

  • Jetzt komplette Umkehr in der Osteuropa-Strategie
  • Diverse Verkäufe sollen 1 Milliarde Euro einbringen

Der amerikanische BAWAG-Eigentümer drückt bei der Sanierung der fünftgrößten Bank in Österreich aufs Tempo und hat nun eine radikale Umkehr der bisherigen Osteuropa-Strategie verfügt: Der BAWAG-Vorstand beschloss den Verkauf der beiden Bankentöchter in der Slowakei ("Istrobanka") und in Tschechien ("BAWAG Bank CZ"). Damit werden erstmals auch Teile des Kerngeschäfts versilbert.

Als Grund für den Verkaufsbeschluss für die zwei Osteuropatöchter nannte BAWAG-PSK-Chef Ewald Nowotny, dass die Marktanteilsziele - mindestens 5 Prozent zu erreichen - dort verfehlt wurden. Über Kaufpreiserwartungen äußerte sich der Vorstand zunächst nicht. Zu Preisen, um die Osteuropa-Banken üblicherweise ihre Besitzer wechseln, nämlich beginnend ab dem zweifachen Buchwert, kann für die zwei Banken bei einem gemeinsamen Buchwert von 230 Mio. Euro also mit mindestens 460 Mio. Euro gerechnet werden.

Verkauf soll 1 Milliarde Euro bringen
Vor gut einem Monat hat die BAWAG PSK den Verkauf ihres inländischen Imobilienbestands bekanntgegeben, was in einer ersten Tranche rund 500 Mio. Euro bringen soll. Noch bis Jahresende 2007 zumindest unterzeichnet sein sollen die Verkaufsverträge für die Nichtbanken-Beteiligungen ATV (42,5 Prozent), Bösendorfer und das im Minimum 200 Millionen schwere Drittel-Paket an den Lotterien. Nächstes Jahr soll auch Stiefelkönig verkauft werden. Am Finanzplatz wird geschätzt, dass der Verkauf der bankfremden Beteiligungen samt Immo-Paket rund eine Milliarde Euro bringt. (APA/red)

17.10.2007 13:36