Streik der deutschen Lokführer hat Folgen: Anzeigen gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn
- Vorwurf der Nötigung und Schadenersatzforderungen
- Tarifstreit mit Lokführergewerkschaft festgefahren
·DB: Streik wird von Deutschen befürwortet
Unterstützung trotz Ver- spätung & Zugausfällen
·Chronologie des Lokführer-Streiks
Deutsche Bahn: Konflikt nach 10 Monaten beendet

Mehrere Deutsche haben wegen Zugausfällen infolge des Lokführerstreiks Strafanzeige gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn gestellt. "Uns liegen insgesamt zwölf Strafanzeigen von Antragstellern aus dem gesamten Bundesgebiet gegen Mehdorn und andere Mitglieder des Bahnvorstands vor", sagte der Berliner Oberstaatsanwalt.
Bei den Anzeigen gehe es unter anderem um den Vorwurf der Nötigung und Schadenersatzforderungen berichtet die "Bild am Sonntag". So seien einige Angestellte zu spät zur Arbeit gekommen und hätten die ausgefallene Zeit vom Lohn abgezogen bekommen.
Festgefahren
Die Deutsche Bahn will indes im festgefahrenen Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL keine weiteren Zugeständnisse machen. "Wenn wir jetzt nachgeben, dann werden sich bald auch andere Berufsgruppen aus dem Sozialverbund Bahn lösen und die Belegschaft spalten", sagte Bahnpersonalvorstand Suckale.
Unverhältnismäßige Mitteln?
Sie betonte, in dem Tarifstreit ginge es auch um den Standort Deutschland. "Wenn wir einmal zulassen, dass eine kleine Minderheit mit unverhältnismäßigen Mitteln überhöhte Forderungen durchsetzt und die Tarifeinheit sprengt, werden wir einen enormen Standortnachteil bekommen." Sie wies daraufhin, dass sich an dem Arbeitskampf noch nicht einmal drei Prozent der Bahnbelegschaft beteiligten. Es könne nicht sein, dass eine Gewerkschaft, die sich durch Maximalforderungen mehr und mehr ins Abseits begibt und sich weigert, an den Verhandlungstisch zu kommen, ein ganzes Land durch Streiks lahmlegt.
Die Deutsche Bahn will jetzt zügig die Verhandlungen mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA über eine neue Entgeltstruktur voranbringen - notfalls auch ohne GDL. "Vielleicht wird den Lokführern dann klar, dass wir wirklich etwas für sie tun wollen", so Suckale. Ihren Worten zufolge erhalten die DB-Lokführer bis zu 25 Prozent höhere Entgelte als die anderer Wettbewerbsbahnen.
(apa/red)

