Neue Bahnstreiks in Deutschland geplant: Lokführergewerkschaft mit härterer Gangart
- Drei Tage Streik hintereinander wahrscheinlich
- 'Auf langen und intensiven Arbeitskampf eingestellt'

·DB: Streik wird von Deutschen befürwortet
Unterstützung trotz Ver- spätung & Zugausfällen
·Chronologie des Lokführer-Streiks
Deutsche Bahn: Konflikt nach 10 Monaten beendet
Im monatelangen Tarifstreit mit der Deutschen Bahn plant die Lokführergewerkschaft GDL eine härtere Gangart. Ihr Vizevorsitzender Claus Weselsky stellte für Anfang kommender Woche einen Streik drei Tage hintereinander in Aussicht. Im Berliner "Tagesspiegel" kündigte er zudem an, den Güter- und Fernverkehr einzubeziehen. Bisher legte die GDL jeweils an einem Wochentag die Arbeit nieder.
"Die Wahrscheinlichkeit, dass es Montag, Dienstag und Mittwoch Streiks geben wird, ist sehr hoch", sagte der GDL-Funktionär. Das werde die Gewerkschaft kurzfristig beschließen und dabei intensiv auf das öffentliche Meinungsbild schauen. Er hoffe, dass die GDL nach einem Termin beim Landesarbeitsgericht Sachsen in der kommenden Woche auch im Fern- und im Güterverkehr in den Ausstand treten könne. Dann würde auch die Wirtschaft stark getroffen.
Kampfausdauer
"Wir sind in der Lage, einen sehr langen und intensiven Arbeitskampf zu führen", prognostizierte Weselsky. Niemand solle davon träumen, dass die Kondition der Gewerkschaft in irgendeiner Form nachlasse. Pro Streiktag zahle die GDL einem Lokführer 45 Euro. Die Kosten des Ausstands seien gedeckt durch den Dachverband dbb, "der uns jetzt schon unter die Arme greift".
Kurswechsel?
Der Gewerkschafter forderte die Regierung abermals zum Eingreifen auf. "Der Eigentümer Bund muss dem Bahn-Vorstand jetzt einen Kurswechsel verordnen", sagte Weselsky. Er sei überzeugt, dass Kanzlerin Merkel Verständnis für die Streiks habe.
Keine Annäherung
In dem Tarifkonlikt zeichnet sich seit Monaten keine Annäherung ab. Die Forderungen liegen nach wie vor weit auseinander. Mit ganztägigen Streiks hatte die GDL den Nahverkehr weitgehend lahmgelegt. Das Unternehmen appellierte an die Gewerkschaft, im Interesse von Millionen von Menschen auf weitere Streiks zu verzichten.
(apa/red)

