Samstag, 20. Oktober 2007

G-7 glaubt weiter an Wirtschaftswachstum:
Letzte Turbulenzen nur kleiner "Dämpfer"

  • G-7 "verschärfen" ihre Sprache gegenüber China
  • IWF zur Neuausrichtung und Sparen aufgefordert

Die Weltwirtschaft wird nach Auffassung der G-7 durch die jüngsten Turbulenzen nur einen leichten Dämpfer erhalten. Die Vertreter von den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan versprachen bei ihrem Treffen in Washington eine Förderung des Wirtschaftswachstums. Sie warnten aber davor, dass die ungleichen Bedingungen auf den Märkten noch eine Weile andauern würden. Weiters forderten die G-7-Staaten den Internationalen Währungsfonds zu einer Neuausrichtung und zum Sparen auf.

Die G-7 verschärften ihre Sprache gegenüber China. Von dem Land fordert die Gruppe seit langem mehr Flexibilität beim Wechselkurs des Yuan. Nunmehr drängte sie China zu einer schnelleren Aufwertung seiner Währung. Dagegen sagte Chinas Vize-Notenbankchef Wu Xiaoling, eine Aufwertung der Währung alleine würde Chinas wachsende Überschüsse im Außenhandel nicht wegwischen. Ein solcher Schritt isoliert würde der Volksrepublik und der Weltwirtschaft schaden.

Risiken
Ein weiteres Risiko für die Weltwirtschaft stellt nach Einschätzung gerade der europäischen G-7-Notenbankchefs die Inflationsentwicklung in vielen Teilen der Welt dar. "Die Geldpolitik muss wachsam sein hinsichtlich des Erhalts der Preisstabilität", hieß es.

Kurseinbruch
Das Treffen wurde von einem Kurseinbruch an der New Yorker Wall Street überschattet. Der Dow-Jones-Index sank um 366,94 Punkte oder 2,64 Prozent. Analysten werteten es als schlechtes Omen, dass dieser Absturz am 20. Jahrestag des sogenannten Schwarzen Montags erfolgte. Am 19. Oktober 1987 startete das große weltweite Börsenbeben ebenfalls in New York, wo der Dow-Jones-Index um 508 Punkte einbrach - damals war das ein Minus von 22,6 Prozent.

IWF-Neuausrichtung
Die sieben führenden Industrieländer (G-7) haben den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer Neuausrichtung seiner Arbeit und zum Sparen aufgefordert. "Der IWF muss seine Aktivitäten einer ernsthaften Überprüfung unterziehen und seine Ausgaben konsolidieren", heißt es in einem Entwurf der G-7- Finanzminister und -Notenbankchefs für eine gemeinsame Erklärung.
(apa/red)

20.10.2007 09:06