Nestle wälzt Druck der Rohstoffkosten ab: Kunden kauften dennoch fleißig Produkte ein
- Neunmonats-Umsatz kletterte um neun Prozent
- Getränke, Milchprodukte & Mineralwasser legten zu
·Nestle-Spitze: Belgier
löst Österreicher ab
Paul Bulcke wird Chef des Nahrungsmittelkonzerns
Der Schweizer Nestle-Konzern kann die höheren Rohstoffpreise auf die Kunden abwälzen und trotzdem die Umsätze deutlich steigern. In den ersten neun Monaten 2007 stiegen die Verkäufe um neun Prozent auf 78,7 Mrd. Franken (46,9 Mrd. Euro), wie Nestle mitteilte.
"Die Stärke der Nestle-Marken erlaubte es der Gruppe, Preiserhöhungen vorzunehmen, um so die steigenden Rohstoffkosten auszugleichen", so Nestle in der Pressemitteilung. Die Gruppe sei entschlossen, "profitables Wachstum unabhängig von Marktbedingungen zu generieren", hieß es weiter.
Das organische Wachstum des Konzerns lag bei 7,2 Prozent. Im Gesamtjahr will sich Nestle bei dieser viel beachteten Kennzahl - die den Einfluss von Devisenschwankungen und Zukäufen beim Umsatz ausklammert - nun den sieben Prozent annähern. Damit bestätigte der Konzern, in diesem Jahr über der langjährigen Zielspanne von fünf bis sechs Prozent abzuschneiden.
Das Wachstum war in den ersten neun Monaten breit abgestützt, weiterhin legten vor allem Getränke in Pulverform, Milchprodukte und Mineralwasser stark zu. In den Regionen blieb Nord- und Südamerika weiter das Zugpferd.
Die Ernennung des neuen CEO Paul Bulcke zeigt Folgen im Management: Der jetzige Finanzchef Paul Polman wird wie von Börsianern zum Teil erwartet Regionenchef für Amerika und übernimmt damit Bulckes alte Stelle. Neuer CFO wird ab Jänner 2008 Jim Singh, der bisherige Leiter des Bereichs Akquisitionen und Geschäftsentwicklung.
Analysten hatten im Durchschnitt mit 78,47 Mrd. Franken Neunmonatsumsatz gerechnet. Das organisches Wachstum war auf 7,1 Prozent geschätzt worden.
(apa/red)

