Mittwoch, 17. Oktober 2007

Europas Milchbauern wollen mehr Geld: Kunstkühe machen auf Problem aufmerksam

  • Botschaft: "Für Europa ist Milchproduktion wichtig"
  • "Fair" für Bauern wäre Nettoerlös von 40 Cent je Liter

Europas Bauern fordern einen fairen Milchpreis für ihre Arbeit in den Kuhställen. Sie fühlen sich ausgebeutet und machen nun mit einer europaweiten Aktion auf sich aufmerksam. Ab sofort werden Tausende lebensgroße Kunstkühe entlang der Bahnstrecken und Autobahnen aufgestellt, die in den jeweiligen Landesfarben angestrichen sind. Die Botschaft: "Für Europa ist Milchproduktion wichtig."

In den vergangenen zwölf Monaten ist zwar die Milch in den Geschäften spürbar teurer geworden, die Landwirte bekommen den Angaben zufolge aber zu wenig davon ab. "Die Regalpreise sind bei uns nur sehr bescheiden angekommen - die Preiserhöhungen bleiben beim Handel und bei den Genossenschaften hängen", kritisierte IG-Milch- Obmann Ewald Grünzweil in Wien.

Die IG-Milch zählt derzeit rund 6.000 Mitglieder, etwa 1.000 davon sind Vertragspartner der Aktion "A faire Milch". Österreichweit gibt es rund 38.000 Milchbauern, die mit im Durchschnitt elf Kühen jährlich zwischen 55.000 und 60.000 Liter Milch an die Molkereien abliefern. Jeden Tag sperren laut Grünzweil neun Milchbauern zu.

"Fair" im Sinne der Bauern wäre ein Nettoerlös von 40 Cent je Liter Silomilch (im Jahresdurchschnitt gerechnet), also mindestens 45 Cent brutto. In Österreich soll nun die rot-weiß-rote Kuh "Faironika" verstärkt auf die Forderung der Milchbauern nach einem höheren Milchpreis aufmerksam machen. Derzeit erhielten die Bauern nur 30 bis 33 Cent netto, obwohl die Milch in den Regalen mittlerweile rund 1 Euro kostet.

(apa/red)

17.10.2007 14:50