Mittwoch, 17. Oktober 2007

Abgabenquote laut OECD weiter gesunken: Kosten aber dennoch deutlich über Mittel

  • Sozialabgaben international auf sehr hohem Niveau
  • Einnahmen aus direkten Steuern leicht gestiegen

Der Anteil von Steuer- und Sozialabgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2006 laut OECD weiter auf 41,9 Prozent gesunken. Obwohl damit dieser Anteil an der Wirtschaftsleistung zum fünften Mal in Folge gegen den OECD-Trend gesunken ist, liegt diese Quote in Österreich deutlich über dem Schnitt von 36,2 Prozent.

Vor allem die Sozialabgaben in Österreich befinden sich mit 14,4 Prozent des BIP international auf sehr hohem Niveau, wie aus der vorläufigen "Revenue Statistics" der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, die in Paris präsentiert wurde.

Die höchste Steuer- und Sozialabgabequote erreichte Österreich 2001 mit 44,6 Prozent. Entgegen dem OECD-Trend sank diese Quote daraufhin bis 2006 auf vorläufige 41,9 Prozent. In diesem Zeitraum stieg die durchschnittliche Abgabenquote der OECD-Länder von 35,9 auf 36,2 Prozent im Jahr 2005. Gegenüber 2005 legten etwa Italien um 1,7 Prozentpunkte oder die USA und Deutschland um 0,9 Prozentpunkte zu. Osteuropäische Staaten wie die Slowakei (minus 2) oder die Tschechische Republik (minus 1,1) hingegen konnten die Abgabenquote senken.

Getragen wird der Rückgang der Abgabenquote laut OECD durch im Vergleich zur Wirtschaftsleistung geringere Einnahmen aus indirekten Steuern (Steuern auf Güter und Dienstleistungen) und ein leicht gesunkenes Sozialbeitragsaufkommen. Die Einnahmen aus Steuern auf Einkommens- und Unternehmensgewinne (direkte Steuern) sind dagegen von 2005 auf 2006 nach einem deutlichen Rückgang im Jahr davor wieder leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent des BIP gestiegen. Damit liegen die Einnahmen aus direkten Steuern ein Prozentpunkt unter dem OECD-Schnitt.

(apa/red)

17.10.2007 11:38