Zeit isch, Mander: Innsbrucker EURO-Stadion "Tivoli neu" ist so gut wie fertig!
- In EM-Stadion fehlt nur noch die Beschilderung
- Chinesischer Stahl an Bauverzögerungen Schuld

·Tivoli neu wird zum zweiten Mal eröffnet
Fertigstellung war ein Wettlauf gegen die Zeit
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Klar positive Bilanz bei Spielen außerhalb Wiens
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Das "Tivoli neu"-Stadion in Innsbruck ist so gut wie fertig. Die Baubehörde hat bereits den positiven Kollaudierungsbescheid erlassen, offen ist lediglich noch der Bescheid der Veranstaltungsbehörde. Das Eröffnungsspiel des auf 30.000 Zuschauer erweiterten Stadions gegen die Elfenbeinküste ist ausverkauft.
Während der Begehung wurden auf der Westtribüne, auf der während der EURO 2008 700 Journalisten mit Pulten und Monitoren untergebracht werden, die letzten Sitze montiert. "Im Prinzip fehlt nur noch verschiedentlich die Beschilderung für die Sektoren, oder Achtung Stufe", erklärte Michael Außerhofer, Geschäftsführer der ISPA (Innsbrucker Stadion-Errichtungsgesellschaft). Auch muss das Stadion noch geputzt, alle 30.000 Sitzplätze abgewischt werden.
WCs und Kioske nur im Container
Beim ersten offiziellen Rundgang im neuen "zweiten Rang" zeigte sich, dass das Tivoli-Stadion nur als temporäre Einrichtung für die EURO ausgelegt wurde. Die WC-Anlagen und Kioske sind in Containern untergebracht. Der Beton auf den Gängen liegt offen da. Der Rückbau nach den drei EM-Spielen im Juni 2008 wird 4,8 Millionen Euro von den insgesamt 30,6 Millionen Baukosten ausmachen. Trotzdem: Der Blick vom oberen Rang der Südtribüne auf Innsbruck und das Inntal ist majestätisch.
"Ohne Rückbau hätte man auch anders bauen müssen. Es hätte eine Umweltverträglichkeitsprüfung gebraucht", erklärte Reinald Krammer, Geschäftsführer der ARGE Porr/Alpine-Mayreder, die neben Innsbruck auch das Salzburger und das Klagenfurter EM-Stadion errichtet hatte. "Auch hätte man für ein permanentes Stadion andere Materialien verwenden müssen."
Chinesischer Stahl soll an Bauverzögerung Schuld sein
Die Bauverzögerung und den extremen Zeitdruck, unter dem die drei EM-Stadien fertiggestellt wurden, erklärte Krammer mit qualitätsmäßig minderem Stahl, der aus China geliefert wurde. "Am schlimmsten war der Zeitdruck in Salzburg", sagte Krammer im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Innsbruck war hingegen schon relativ locker."
Die Mehrkosten durch die Neuausschreibung des Stahles beziffert Krammer mit rund einer Million Euro. "Diese Kosten gehen aber nicht auf Kosten des Steuerzahlers, sondern die muss die ARGE schlucken, das war unser Risiko", erläuterte Krammer. "Diese Geschichte wird sicher noch die Gerichte beschäftigen." Eine gerichtliche Beweisaufnahme wurde bereits durchgeführt.
Aber kein Schaden ohne Vorteil. "Dadurch sind heimische Firmen in Salzburg, Kärnten und Tirol zum Zug gekommen, haben schließlich ein sehr gutes Geschäft gemacht", sagte der Geschäftsführer der ARGE.
(apa/red)
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