15.10.2007 12:50

Tivoli neu wird zum zweiten Mal eröffnet:
Fertigstellung war ein Wettlauf gegen Zeit

  • Kosten von ursprünglich 23 auf 30,6 Mio. gestiegen
  • 30.000 Plätze für das Spiel gegen die Elfenbeinküste

Innerhalb von sechs Jahren wird das "Tivoli neu", das Innsbrucker Fußballstadion, mit dem Länderkampf Österreich gegen Elfenbeinküste ein zweites Mal eröffnet. Das ursprüngliche Stadion, das 15.200 Sitzplätze für internationale Begegnungen aufwies, wurde auf das EURO-Maß von 30.000 Plätzen (zusätzlich 1.500 Funktionärsplätze) erweitert. Die Fertigstellung war in den vergangen Tagen ein Wettlauf gegen die Zeit.

Nach 19-monatiger Bauzeit wurde das so genannte "Tivoli neu", hundert Meter neben der legendären Tivoli-Arena, am 8. September 2000 eröffnet. 22,9 Millionen Euro kostete das neue Stadion für den damaligen aktuellen Meister FC Tirol, der das Auftaktspiel gegen Rapid Wien auch mit 1:0 gewann. Die Pläne für das neue Stadion stammten vom Wiener Architekten Albert Wimmer, der auch federführend für den Ausbau des Stadions zur EURO-Arena war.

Höhere Kosten durch gestiegene Stahlpreise
Im Jänner 2006 fuhren schließlich die Bagger auf, um das Stadion auf die EURO-Maße zu erweitern. Ursprünglich wurde mit Baukosten von 23 Millionen Euro gerechnet. Doch gestiegene Stahlpreise (3.500 Tonnen wurde für die neue Trägerkonstruktion verbaut) und nicht vorhersehbare Unwägbarkeiten (die ursprüngliche Konstruktion war geschweißt und nicht geschraubt) brachten es auf eine Explosion der Kosten auf insgesamt 30,6 Millionen Euro - darin enthalten sind aber auch schon die Kosten für den Rückbau.

"In den neuen Kosten sind - gegenüber der ursprünglichen Kalkulation - auch die kompletten Außenanlagen, die wir bei der EM benötigen, enthalten", erläuterte Michael Außerhofer, Chef der ISPA (Innsbrucker Stadionerrichtungs- und Betreibergesellschaft).

Aufstockung mit zweitem Rang
Das Tivoli-neu bekam für die EURO einen zweiten Rang (Balkon) aufgesetzt. Aber nur auf drei Seiten, auf der Osttribüne blieb der ursprüngliche Zustand. "Darunter ist die Tiefgarage, die Fundamente für einen zweiten Rang hätten wir dort im dritten Untergeschoß verankern müssen. Das wäre zu teuer gewesen", erklärte Außerhofer im Gespräch mit der APA- Austria Presse Agentur.

Zuletzt sorgte der Ausbau der Arena für negative Schlagzeilen, da das Bundesligaspiel zwischen dem FC Wacker Innsbruck und Altach aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste. "Das war etwas Besonderes. Ein Fußballspiel hätte auf einer Großbaustelle stattgefunden. Jetzt sind wir aber im Plan, wir werden sicherlich fertig", versprach Außerhofer.

Seit einer Besprechung steht fest, dass das Stadion für das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste die kompletten 30.000 Plätze aufweisen wird. Der ÖFB kann somit 2.500 weitere Tickets auflegen.
Mit einem großen Fest zwei Stunden vor Spielbeginn soll die neue Tiroler EURO-Arena eingeweiht werden. Tiroler Volksmusikgruppen und afrikanische Folklore-Tänze wird es geben, dazu rhythmische Sportgymnastik und einiges mehr.

Gratis Öffis für die Fans
Für die Fans, die über ein Ticket verfügen, stehen in Tirol die Regional-Züge der ÖBB und "die Öffis" der Stadt Innsbruck vier Stunden vor dem Spiel kostenlos zur Verfügung. Warum die Busse des VVT (Verkehrverbund Tirol) nicht eingebunden sind, wundert selbst Landesrat Hannes Bodner, EURO-Koordinator des Landes Tirol. Für die Fans, die mit dem Privat-PKW anreisen wollen, steht der DEZ-Parkplatz zur Verfügung. Von dort gibt es einen kostenlosen Shuttle-Dienst.

Und am kommenden Wochenende steht das Tivoli-Areal wieder im Mittelpunkt: Die jährliche große Katastrophenschutzübung der Tiroler Blaulicht-Organisationen findet am Samstag im zukünftigen EM-Stadion statt. Verschiedenste Katastrophenfälle in Bezug auf die EURO 2008 sollen getestet werden.

(apa/red)


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15.10.2007 12:50
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