15.10.2007 11:24

Weltstar Chelsea-Stürmer Didier Drogba :
Der Torjäger ist in der Heimat ein Volksheld

  • Star der Elfenbeinküste wurde erst spät Klassespieler
  • Karrierestart in Frankreich bei Amateurklub Levallois

Während viele aktuelle Jungstars wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney über die Jugend-Akademien ihrer Stammvereine zum Spitzenspieler gereift sind, hat Didier Drogba den umgekehrten Weg eingeschlagen. Der Chelsea-Goalgetter, der am Innsbrucker Tivoli gegen Österreich stürmt, spielte ab dem Alter von 14 Jahren für den französischen Amateur-Club Levallois, seinen ersten Profi-Vertrag erhielt der Ivorer erst als 20-Jähriger beim Zweitligisten Le Mans.

Richtig durchgestartet ist Drogba als 23-Jähriger bei Guingamp. In seiner ersten Saison bei dem Club erzielte er 2001/02 in elf Ligue-1-Partien drei Tore, im Spieljahr darauf war er in 34 Auftritten schon 17 Mal erfolgreich. Olympique Marseille wurde auf den physisch starken Angreifer aufmerksam und ließ sich 2003 dessen Unterschrift sechs Millionen Euro kosten.

Diese Investition sollte sich schon bald amortisieren, denn ein Jahr später hatte Drogba 18 Mal in der Liga und 11 Mal im Europacup getroffen - der Einzug ins UEFA-Cup-Finale, die Kür zu Frankreichs Fußballer des Jahres 2004 und der Wechsel um 36 Millionen Euro zu Chelsea waren der Lohn.

Auch in London stellte Drogba sofort seinen Torriecher unter Beweis. Mit 10 Toren in 25 Partien in seiner Debüt-Saison leistete der Ivorer einen wesentlichen Beitrag zum ersten Titelgewinn der "Blues" nach 50 Jahren, außerdem holte er mit Chelsea auch noch den Liga-Cup und den Community Shield.

Im Jahr darauf folgte die erfolgreiche Titelverteidigung und die Wahl zu Afrikas Fußballer 2006, eine Saison später mussten sich Drogba, der in England bei Teilen der Fans zu seinem Ärger als "Schwalbenkönig" verschrien ist, und Chelsea mit dem Gewinn des Liga-Cups zufriedengeben.

Weltweite Popularität erst mit 26
Erst im relativ reifen Kicker-Alter von 26 Jahren wurde der mittlerweile 29-Jährige von einer breiten Öffentlichkeit als Weltklasse-Fußballer wahrgenommen, und der Weg dorthin war für den Goalgetter ein steiniger. Als ältestes von sieben Geschwistern wurde er von seinen Eltern als Fünfjähriger von Abidjan zu seinem als Fußball-Profi tätigen Onkel nach Brest geschickt.

Nach drei Jahren kehrte er zwar in die Heimat zurück, aufgrund einer Wirtschaftskrise ging er aber schon wenig später mit der gesamten Familie nach Frankreich. Schön langsam wurden die Talente-Späher auf Drogba aufmerksam. Als dann die Jagd nach dem runden Leder in seinem Leben eine immer stärkere Rolle einnahm und die schulischen Leistungen darunter litten, erteilten die Eltern dem damals 13-Jährigen sogar ein einjähriges Fußball-Verbot.

Ein Bier wurde nach ihm benannt
16 Jahre später gilt Drogba als einer der besten Stürmer der Welt und hat in seiner Heimat eine Popularität wie kein Zweiter erlangt. Zu seinen Ehren werden Lieder und Tänze komponiert, Mütter geben ihren Kindern den Vornamen des Volkshelden, nach dem auch ein Bier benannt wurde.

Drogba machte mit seinen Toren eine Nation stolz, die nach einem Bürgerkrieg seit Jahren mit schweren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat. Kurzfristige Linderung brachte die erstmalige Qualifikation für eine WM im Herbst 2005, welche die ÖFB-Kontrahenten zu einem großen Teil dem Stürmer zu verdanken haben.

Erzielte erstes WM-Tor
Bei der Endrunde 2006 in Deutschland hieß es in der wohl schwierigsten Gruppe mit Argentinien, Niederlande und Serbien-Montenegro zwar vorzeitig Abschied nehmen, Drogba gelang es aber immerhin, beim 1:2 gegen die "Gauchos" als erster Ivorer in der Geschichte ein WM-Tor zu erzielen.

Bei so vielen Verdiensten um ihr Land haben die Ivorer ihrem Liebling sogar einen schweren Lapsus verziehen. Im Finale des Afrika-Cups 2006 vergab Drogba im Elferschießen gegen Ägypten einen Penalty.

(apa/red)


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15.10.2007 11:24
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