Samstag, 20. Oktober 2007

Jungstar Schiemer auf der Erfolgswelle:
Interview mit der ÖFB-Zukunftshoffnung

  • "Haben geschworen, dass wir für Teamchef spielen"
  • Das Duell mit Drogba: "So etwas bringt einen weiter"

Für Austria-Wien- und ÖFB-Nationalteam-Jungstar Franz "Fränky" Schiemer (21) geht es derzeit Schlag auf Schlag - nach seinen beiden gelungenen Premieren-Einsätzen in der Nationalmannschaft gegen die Schweiz und die Elfenbeinküste steht das Wiener Derby daheim gegen Rapid auf dem Programm.

Im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur sprach der 21-Jährige, der sich beim Tabellenführer einen Stammplatz in der stärksten Defensivabteilung der Liga erkämpft hat, u.a. über das Derby, den ÖFB-Teamschwur für Josef Hickersberger, sein Duell mit Superstar Didier Drogba und den Erfolgslauf bei der Austria.

APA: Sie haben die ersten beiden Einsätze fürs ÖFB-A-Team hinter sich. Es gab dafür vom Teamchef und von den Medien höchstes Lob, wie lautet Ihre Bilanz?
Schiemer: "Zuerst das Debüt gegen die Schweiz, dann der Sieg gegen die Elfenbeinküste. Für mich war das eine Riesensache, ein absoluter Traum ist in Erfüllung gegangen. Und zum Glück ist es für die Mannschaft gut gelaufen. Mit dem Sieg haben wir ein gutes Signal abgegeben."

APA: Wie war Ihr persönliches Duell mit Didier Drogba, dem Superstürmer der Elfenbeinküste?
Schiemer: "So ein Duell erlebt man nicht alle Tage, Drogba ist unumstritten ein absoluter Topspieler. Ich war überhaupt nicht nervös, habe das Duell vielmehr als Motivation gesehen. So etwas bringt einen weiter."

APA: Auch Sie haben nach dem Sieg gegen die Elfenbeinküste gemeint: "Wir haben für den Teamchef gewonnen". Wie haben Sie als Teamspieler die harte öffentliche Kritik in den vergangenen Wochen erlebt?
Schiemer: "Wir Spieler kriegen über die Zeitungen und übers Internet alles mit. Und wir wollten dieses Bild umändern, damit Österreich wieder stolz aufs Team sein kann. Und wir haben uns mannschaftsintern geschworen, dass wir für Teamchef Hickersberger spielen. Wir mussten ihm etwas zurückgeben, denn er steht immer hinter uns und gibt uns Sicherheit und Vertrauen."

APA: Gegen die Elfenbeinküste waren nicht weniger als sechs Austrianer im Einsatz. Ist auch das ein klares Zeichen für den violetten Erfolgslauf?
Schiemer: "Es ist eine logische Folge unseres Erfolges. Und auch eine logische Folge des österreichischen Weges im Verein. Bei uns hat sich der Erfolg eingestellt. Wir haben sehr gute Spiele gezeigt, im UEFA-Cup die Gruppenphase erreicht und die Tabellenführung übernommen. Und das mit sehr vielen Österreichern. Genau diese positive Stimmung konnten wir dann sicher auch ins Nationalteam übertragen."

APA: Jetzt wartet jetzt das Derby gegen Rapid, hat die Austria die besseren Karten?
Schiemer: "Das Derby wird ein extrem schwieriges Spiel. Rapid ist in der Position, dass sie eigentlich gewinnen müssen. Wir sind Tabellenführer und spielen daheim, das sind absolute Vorteile."

APA: Was sind für Sie die Eckpfeiler des Austria-Erfolgslaufes?
Schiemer: "Die ausgezeichnete Stimmung und die ideale Kaderzusammensetzung. Wir haben eine super Mischung aus erfahrenen und gestandenen Spielern. Und wir haben u.a. mit Kuljic und Sariyar absolute Topleute geholt. Bei uns ist, ähnlich wie bei Sturm, der österreichische Weg super aufgegangen. Und das ist auch der einzig richtige Weg. Dass es aber so gut geht, hat fast keiner geglaubt."

APA: Ihr Trainer Georg Zellhofer hat gemeint, dass er Ihnen bei einem super Angebot aus den Ausland keine Steine in den Weg legen wird. Wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Schiemer: "Sicher ist es ein Traum von mir, einmal in der deutschen Bundesliga oder in der englischen Premier League zu spielen. Momentan steht das aber nicht zur Diskussion. Ich fühle mich bei der Austria pudelwohl. Der Erfolg ist da und das Umfeld ist perfekt. Ich genieße das und möchte derzeit nichts ändern."


(Das Gespräch führte Alexander Hofstetter/APA)

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20.10.2007 14:05