Halloween kein Thema in Schulen & Kinder- gärten: Hexen und Geister nicht im Lehrplan
- Nur einzelne Einrichtungen feiern "Nacht der Toten"
- Kärnten: 'Kein Förderer von amerikanischem Plunder'
Kürbisfiguren, Hexen und Geister werden aus Österreichs Schulen und Kindergärten an Halloween meist verbannt. Nur in vereinzelten Bundesländern wird die Nacht der Toten in Erziehungs- bzw. Betreuungseinrichtungen gefeiert. Sehr wohl wird der Brauch, der sich in den vergangenen Jahren immer mehr etabliert hat, im Unterricht thematisiert.
Kritisch steht man dem Schabernack-Fest unter anderem in Kärnten gegenüber: Halloween sei kein Schwerpunktthema, obwohl es jedem Kindergarten frei stehe, dieses Fest zu feiern, so der zuständige LHStv Gerhard Dörfler (B) zur APA. "Ich bin aber sicher kein Förderer von diesem typisch amerikanischen Plunder, sondern unterstütze österreichische, alpenländische Traditionen." Es würden daher eher klassische Bräuche wie der Nikolo gefeiert.
Salzburg
In den Salzburger Schulen zeigt sich ein ähnliches Bild: "Von Halloween-Partys ist mir nichts bekannt", sagte Ursula Moser, Bezirksschulinspektorin in der Stadt Salzburg. Im Grunde gehe es ja darum, dass die Kinder um Zuckerln bitten würden. "Das unterstützen wir nicht. Wir bemühen uns um eine gesunde Jause." Durch zerstörerische Aktionen am Rande des Vertretbaren gelte Halloween nicht als pädagogisch wertvolles Brauchtum.
Kindergärten
Kein "Ereignis" ist die Nacht der Toten auch in den Kindergärten. Rund 400 Einrichtungen wurden im Vorjahr bezüglich Festen befragt. "Maximal drei Bögen kamen zurück, wo Halloween vermerkt war", erklärte Elke Kabel-Herzog vom Referat für Kinderbetreuung. Ihre Erklärung für das geringe Interesse an Halloween: "Weil sich viele am christlich geprägten Jahreskreis orientieren. Das Martinsfest wird dagegen fast flächendeckend gefeiert."
Steiermark
Auch in den steirischen Schulen und Kindergärten hat der Brauch bisher keinen Einzug gehalten. "Kein Thema" und "höchstens im Englisch-Unterricht angesprochen", so der allgemeine Tenor bei einer entsprechenden APA-Anfrage in mehreren Einrichtungen. "Halloween? An meiner Schule nicht", urteilte unter anderem Günter Schneider, Direktor der Hauptschule in Bad Gleichenberg. "Wir kommen nicht einmal dazu, alle heimischen Bräuche auszuleben und sehen keine Veranlassung, fremdes Brauchtum zu unterstützen."
Niederösterreich
In Niederösterreich wird in jeder Schule bzw. jedem Kindergarten selbst entschieden, ob und wie Halloween gefeiert wird. Die Kommerzialisierung habe in den vergangenen Jahren sehr zugenommen, so Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (V) zur APA. Es sei aber wichtig, dem "österreichischen Brauchtum", wie dem Laternenfest im November, den Vorzug zu geben. Als Beispiel nannte Mikl-Leitner das Laternenfest im November.
Oberösterreich
Schulen in Oberösterreich achten besonders darauf, auf die "grauslichen Wurzeln" von Halloween hinzuweisen, erklärte Karl Steinparz, Sprecher des Landesschulrats. Im Unterricht würde über historische Hintergründe sowie über Randale und Sachbeschädigungen gesprochen. Das Feiern werde Schülern aber natürlich nicht verboten, so Steinparz.
Tirol & Vorarlberg
In Tirol und Vorarlberg gibt es rund um Halloween keine besonderen Veranstaltungen. Das Bemühen um einen bewussten Umgang stehe in den Volksschulen im Vordergrund, so Evelyn Marte-Stefani vom Landesschulrat für Vorarlberg. "Die Schüler werden darauf hingewiesen, keine Sachen zu beschädigen oder Leute anzupöbeln." Feiern gebe es aber nicht. "In den Schulen steht die Brauchtumspflege im Vordergrund, Halloween gehört aber nicht zu unserem Kulturkreis", meinte der Landesschulrat.
Wien
In Wiens städtischen Kindergärten wird ebenfalls nicht gefeiert. Für die Schulen gibt es keine Regelungen, Feierlichkeiten müssten jedenfalls im Rahmen bleiben und den Unterrichtsfluss nicht zu sehr behindern, so ein Sprecher des Stadtschulrates: "Würde jemand ein satanistisches Fest feiern, ist das nicht gedeckt."
Burgenland
Im Burgenland gibt es zumindest abseits von Schulen und Betreuungseinrichtungen ein kindergerechtes Halloween-Programm. Gruselgeister und Nebelhexen locken ins Schloss Esterhazy, Sonderführungen, ein Theaterstück oder eine Werkstatt sorgen für Unterhaltung. Zur Erfrischung werden in der "Fledermaus-Bar" Zaubertrunk und Vampirblut gereicht.
(apa/red)
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