7 Tote bei neuen Anschlag in Pakistan: Bombe auf Markt in Dera Bugti explodiert
- Bhutto übermittelt Liste von Verdächtigen an Behörde
- Erste Polizei-Verhöre nach Anschlag auf Bhutto

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Nach dem schweren Selbstmordattentat auf die heimgekehrte frühere Regierungschefin Benazir Bhutto sind bei einem weiteren Anschlag in Pakistan mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens 15 weitere wurden verletzt, als eine Bombe auf einem Markt in der Stadt Dera Bugti in der südwestlichen Provinz Baluchistan hochging, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Doppelanschlag in Karachi konzentrierten sich vor allem auf eine von Bhutto aufgestellte Liste Verdächtiger. Mitgliedern ihrer Partei zufolge sind unter den Beschuldigten auch ranghohe Militärs. Unterdessen hat die Polizei drei Verdächtige des ersten Anschlages verhört.
Der Anschlag in Baluchistan ereignete sich den Angaben zufolge in der Nähe einer Haltestelle, an der Fahrgäste auf einen öffentlichen Minibus warteten. Ein Kleintransporter sei durch die Explosion vollkommen zerstört worden. "Wir untersuchen, ob sich die Bombe in dem Transporter befand, der in der Nähe eines Minibuses geparkt war", sagte ein Polizist. In Baluchistan kämpfen Aufständische für Autonomie und eine Teilhabe an den natürlichen Ressourcen der Region. Dera Bugti liegt rund 250 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Quetta.
Bhutto übermittelt Verdächtigen-Liste an Musharraf
Ex-Premierministerin Bhutto sagte in einem Interview mit dem britischen Sender BBC, sie habe Präsident Pervez Musharraf die Namen von drei Verdächtigen übermittelt, die in den blutigsten Anschlag der Geschichte Pakistans in der südlichen Hafenstadt Karachi verwickelt gewesen sein könnten. Einer der Beschuldigten stehe bereits unter Beobachtung der Behörden. Bhutto geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass "der Staat oder die Regierung" in das Attentat verwickelt sind, sondern machte militante Islamisten dafür verantwortlich.
Erste Verhöre nach Anschlag auf Bhutto
Die Polizei hat unterdessen drei Männer verhört. Sie seien in der südlichen Provinz Punjab aufgegriffen worden, teilten die Ermittler mit. Es gebe einen Zusammenhang zu dem Fahrzeug, aus dem vermutlich einer der Attentäter eine Granate auf den Konvoi Bhuttos geschleudert hatte.
Die Regierung wies jede Mitschuld an dem Angriff zurück. Die Behörden hätten die größtmögliche Sicherheit gewährleistet, sagte der stellvertretende Informationsminister Azim. Im Eifer des Gefechts seien nach dem Attentat Aussagen gemacht worden, die wohl nicht wiederholt würden, wenn sie die Gemüter beruhigt hätten.
"Es wurden Namen erwähnt und Anspielungen gemacht, ohne einen triftigen Grund oder einen Beweis anzuführen, und das ist unfair", sagte Azim in Hinblick auf Äußerungen aus Bhuttos Umfeld, wonach der pakistanische Geheimdienst oder Regierungskreise in den Anschlag verwickelt gewesen sein könnten. Bhutto selbst äußerte den Verdacht, dass die Attentäter Helfer im Behördenapparat hatten. "Bestimmte Personen" hätten "ihre Macht missbraucht".
USA boten Mithilfe an
Die Vereinigten Staaten, die die geplante Machtteilung zwischen ihrem Verbündeten im Kampf gegen den Terror, Musharraf, und der in Harvard ausgebildeten Oppositionspolitikerin unterstützen, haben ihre Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. In mehreren Stadtteilen der Zwölf-Millionen-Metropole Karachi zeigten hunderte Anhänger Bhuttos öffentlich ihre Wut. Sie setzten Reifen in Brand und bewarfen vorbeifahrende Fahrzeuge mit Steinen. Bhutto, die nach acht Jahren im Exil in ihre Heimat zurückgekehrt und von hunderttausenden Anhängern begrüßt worden war, will trotz des versuchten Mordanschlags auf sie im Land bleiben und bei den Parlamentswahlen im Jänner antreten. Bhutto war zwischen 1988 und 1990 sowie zwischen 1993 und 1996 Regierungschefin, aber jeweils vom Präsidenten wegen Korruptionsvorwürfen entlassen worden.
(APA/red)
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