Samstag, 20. Oktober 2007

Mutmaßlicher Kinderschänder dementiert: Polizei - " Beweise sind klar und lückenlos"

  • Kanadier Christopher P. N. bat seine Familie um Hilfe
  • Bei Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft

Der in Thailand festgenommene mutmaßliche Kinderschänder Christopher Paul N. hat der Polizei zufolge bestritten, Kinder in dem südostasiatischen Land sexuell missbraucht zu haben. Darüber hinaus habe sich der 32-jährige Kanadier vorerst nicht weiter geäußert, sagte ein thailändischer Polizeivertreter vor Journalisten.

Das Beweismaterial gegen den Verdächtigen ist allerdings laut Exekutive erdrückend und reicht für eine baldige Anklage des Kanadiers. "Die Beweise sind klar und lückenlos", sagte ein ranghoher Polizist der Nachrichtenagentur AFP.

Bat seine Familie um Hilfe
Auch Reuters-Fernsehreportern gegenüber lehnte der Verdächtige einen Kommentar zu den Vorwürfen ab, bat aber seine Familie vor laufender Kamera um Hilfe. Ein thailändisches Gericht ordnete unterdessen an, dass der Mann für zusätzliche Befragungen zunächst für weitere zwölf Tage in Gewahrsam bleibt.

Wortlos verließ N. das Gerichtsgebäude. Der mit einem rot gestreiften T-Shirt bekleidete Mann trug eine Sonnenbrille und eine Mütze. "Passt auf euch auf und kümmert euch darum, dass ich hier rauskomme", sagte er an seine Familie gerichtet zu Reuters TV. "Das ist alles. Helft mir hier raus." Der Polizei zufolge hat er Kontakt zur kanadischen Botschaft aufgenommen und seine Familie in Kanada angerufen.

Reaktion des Bruders
Sein Bruder Matthew N. sagte, er könne sich nicht vorstellen, was in Christophers Kopf vorgehe. Matthew N. zeigte sich erleichtert, dass sein Bruder in Gewahrsam ist. "Ich hätte es gern, dass er nach Kanada zurückkehrt", sagte er zu Journalisten. Aber er verstehe, dass internationale Vorfälle und Anschuldigungen im Raum stünden. Bei einer Verurteilung in Thailand drohen Christopher N. bis zu 20 Jahre Haft.

Landesweite Fahndung
Christopher N. war zuvor nach einer landesweiten Fahndung aufgespürt worden. Er soll sich auch in Vietnam und Kambodscha an mehreren Kindern vergangen haben. Interpol hatte die Öffentlichkeit im Internet um Hilfe bei der Fahndung nach dem Mann gebeten, nachdem Computerspezialisten des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) sein digital stark verfremdetes Gesicht kenntlich gemacht hatten.

Erste Bilder des Gesuchten waren der deutschen Polizei bereits 2004 in die Hände gefallen. Seitdem haben die Behörden im Internet etwa 200 anonymisierte Fotos des Mannes gefunden, auf denen er insgesamt zwölf Buben missbraucht.

N. hatte die erste Nacht nach seiner Festnahme unter Beobachtung verbracht, um einen möglichen Selbstmord zu verhindern. Nun wurde er in ein Untersuchungsgefängnis in Bangkok verlegt. "Er war unruhig", beschrieb der Polizeisprecher das Verhalten des Verdächtigen.

(apa/red)

20.10.2007 13:59