Samstag, 20. Oktober 2007

Iranischer Atom-Unterhändler tritt zurück: Larijani-Amtsnachfolger bereits festgelegt

  • PLUS: Ahmadinejad mit "wilden Drohgebärden"
  • Differenzen zwischen Larijani und Ahmadinejad?

Der iranische Unterhändler in den Atomgesprächen mit dem Westen ist nach Regierungsangaben zurückgetreten. Ali Larijani habe seine Entscheidung Präsident Mahmoud Ahmadinejad mitgeteilt, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA einen Regierungssprecher. Ahmadinejad habe den Rücktritt akzeptiert.

Dem Bericht zufolge wird aller Voraussicht nach Said Jalili die Nachfolge Larijanis antreten. Jalili ist Vize-Außenminister für Europäische und Amerikanische Angelegenheiten. Als sicher gelte zudem, dass der Nachfolger Larijanis zu dem in Rom geplanten Treffen mit dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana reisen werde, hieß es weiter.

Gespräche mit IAEO
Dabei soll die nächste Gesprächsrunde zwischen dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO vorbereitet werden. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie den Bau von Atombomben anzustreben. Teheran hat dies stets vehement bestritten.

Rücktrittsursache?
Zu den Hintergründen des Rücktritts von Larijani gab es von offizieller Seite zunächst keine Informationen. Einige Beobachter hatten darauf verwiesen, dass es zwischen Larijani und Ahmadinejad Differenzen über das weitere Vorgehen im Atomstreit gegeben habe.

Grundsätzlich seien sich beide Politiker jedoch einig gewesen, dass es keine Aussetzung des Programms geben werde. Das letzte Wort in allen politischen Angelegenheiten des Irans, einschließlich der Atomaktivitäten, hat der geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei.

(apa/red)

20.10.2007 14:33