Samstag, 20. Oktober 2007

2 US-Marines wegen Haditha-Massaker vor Gericht: 24 Zivilisten im Irak umgebracht

  • Grausamer Vergeltungsakt für Tod eines Kameraden
  • Unter den 24 Opfern: 10 Frauen & Kinder massakriert

Zwei US-Soldaten müssen sich demnächst wegen ihrer Beteiligung an einem Massaker an 24 Zivilisten im irakischen Haditha vor einem US-Militärgericht verantworten. Die beiden Männer sind die ersten Angeklagten in dem Fall. US-Soldaten hatten im November 2005 in einem mutmaßlichen Vergeltungsakt für den Tod eines Kameraden 24 Iraker getötet, darunter zehn Frauen und Kinder.

Oberstleutnant Jeffrey Chessani, der die Marines-Einheit in Haditha zum Zeitpunkt des Übergriffs befehligte, wird Versagen bei der Untersuchung der Todesfälle vorgeworfen, teilte der US- Truppenstützpunkt Camp Pendleton mit. Er soll in seinen Berichten den Tathergang nicht exakt wiedergegeben haben und ihn anschließend auch nicht untersucht haben. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Der Obergefreite Stephen Tatum ist wegen Totschlags angeklagt.

Das US-Magazin "Time" brachte das Massaker im vergangenen Jahr ans Licht. Es gilt als das mutmaßlich schwerste Verbrechen der US- Streitkräfte im Irak seit deren Einmarsch im Jahr 2003.

(apa/red)

20.10.2007 09:29