Putin in Teheran: Russischer Präsident will Vertrag für Atomkraftwerk noch abändern
- Keine klare Ansage über Termin zur Fertigstellung
- Rücken gestärkt: Putin warnt vor Angriff auf den Iran

Russlands Präsident Putin hat sich bei seinem Besuch in Teheran nicht auf einen Fertigstellungstermin für das erste iranische Atomkraftwerk Bushehr festgelegt. Der Vertrag müsse noch einmal geändert werden, um bestimmte rechtliche Aspekte und die finanziellen Verpflichtungen der Parteien zu klären, sagte Putin nach einer Unterredung mit seinem iranischen Amtskollegen Ahmadinejad.
Russland werde aber seine Verpflichtungen aus dem Vertrag erfüllen und das Projekt fertigstellen, betonte Putin. Der Bau des Atomkraftwerks Bushehr, für das Russland Technologie und Brennstäbe liefern soll, hat sich mehrfach verzögert. Russland macht geltend, der Iran sei seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen. Die Regierung in Teheran hat dies stets zurückgewiesen und Moskau vorgeworfen, sich dem Druck des Westens gebeugt zu haben.
Am Beginn von Putins Iran-Besuch stand zunächst die Konferenz der Anrainer des Kaspischen Meeres. Dabei ging es um Vereinbarungen über Hoheitsrechte in dem Binnengewässer, in dem große Energiereserven vermutet werden. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 hat es zwischen den fünf Anrainern - den ehemaligen Sowjet-Republiken Russland, Kasachstan, Turkmenistan und Aserbaidschan sowie dem Iran - keine Nutzungsverträge mehr gegeben. Auch am Dienstag wurde noch keine Einigung erzielt, doch wurden regelmäßige Konsultationen vereinbart.
Putin drängt auf Abkommen
Putin drängte auf ein Abkommen, wonach die Verlegung von Pipelines durch das Kaspische Meer der Zustimmung aller Anrainer bedürfen soll. Damit wollte er offensichtlich der Gefahr vorbeugen, dass Russland bei Energielieferungen aus der Region umgangen werden könnte - wie bei der geplanten Pipeline zur Ostsee, der Aserbaidschan zugestimmt hat.
Putin verlangte ferner, die fünf Staaten sollten sich verpflichten, keinem Drittland Stützpunkte für einen Angriff in der Region zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Erklärung wurde einstimmig verabschiedet. Auslöser waren offensichtlich Gerüchte, Aserbaidschan könnte den USA erlauben, von seinem Territorium aus den Iran anzugreifen.
Einladung nach Moskau
Putin hat Ahmadinejad zu Gesprächen nach Moskau eingeladen. "Ahmadinejad hat die Einladung dankbar angenommen", zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax aus einer Erklärung der beiden Politiker.
(apa/red)
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