Bush empfing Dalai Lama in Washington: China protestiert scharf gegen das Treffen
- Inoffizieller Charakter: Treffen in den Privaträumen
- Chinas Regierung drohte USA mit Konsequenzen

·PORTRÄT: Friedlicher Kämpfer Dalai Lama
Nach Vertreibung seit Jahrzehnten im Exil
·"Das Vermächtnis
des Dalai Lama"
Buchrezension über den
"Gott zum Anfassen"
Begleitet von scharfen diplomatischen Protesten aus China hat US-Präsident George W. Bush den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen. Ohne Angaben weiterer Details bestätigte Präsidentensprecher Gordon Johndroe in Washington, dass das Exil-Oberhaupt der Tibeter und der Staatschef Präsident zu einem privaten Meinungsaustausch zusammengekommen seien. Um den inoffiziellen Charakter des Treffens zu unterstreichen, fand das Treffen nach Angaben des Weißen Hauses nicht in Bushs Amtszimmer, sondern in seinen privaten Räumen statt.
Kurz vor der Begegnung hatte sich Bushs Sprecher Tony Fratto bemüht, den Ton im Streit mit den Chinesen zu entschärfen: "Wir verstehen die Sorgen der Chinesen." Die chinesische Regierung drohte den USA mit diplomatischen Konsequenzen. Chinas Außenminister Yang Jiechi sagte in Peking, die USA würden durch den Empfang des Tibeters "die Gefühle des chinesischen Volkes ernsthaft verletzen und in Chinas interne Angelegenheiten eingreifen". Das beiderseitige Verhältnis werde durch das Treffen zwischen Bush und dem Dalai Lama "schwer untergraben", erklärte Außenamtssprecher Liu Jianchao.
Besonderen Anstoß nahm Chinas Führung auch an der geplanten Auszeichnung des Dalai Lama mit dem höchsten Zivilorden des US-Kongresses. An der Verleihung im Kapitol sollte auch Bush teilnehmen.
(apa/red)
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