Montag, 15. Oktober 2007

Vor Besuch Putins bei "Verbündetem" Iran: Anschlagspläne von Selbstmordattentätern?

  • Moskau glaubt an Echtheit der Attentats-Bedrohung
  • Putin will "selbstverständlich" trotzdem in Iran reisen

Kurz vor dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Iran haben Geheimdienstberichte über angeblich geplante Anschläge auf den Kremlchef für Beunruhigung in Moskau gesorgt. "Ich bin mir sicher, dass diese Information auf Tatsachen beruht", sagte der Dumaabgeordnete und Sicherheitsexperte Gennadi Gudkow. Den Berichten zufolge planten gleich mehrere iranische Selbstmordkommandos Anschläge auf Putin.

Der Kremlchef betonte bei seinem Besuch in Wiesbaden, dass er ungeachtet dieser Berichte "selbstverständlich" in den Iran reisen werde. "Wenn ich dauernd auf alle Drohungen reagieren und auf die Empfehlungen des Sicherheitsdienstes hören würde, dürfte ich nicht aus dem Haus gehen." Allerdings wurde die Anreise Putins um einige Stunden verschoben. In Teheran will der Präsident am Treffen der Anrainer des Kaspischen Meeres teilnehmen und auch über Irans umstrittenes Atomprogramm sprechen.

Die russische Agentur Interfax hatte von den Attentatsplänen berichtet. Die Information selbst stamme aus dem Ausland, hieß es. Ein Geheimdienstsprecher teilte am Montag mit, die Angaben würden "intensiv geprüft". Die iranische Regierung bezeichnete die Berichte dagegen als "völlig haltlos". Der Pressedienst des Kreml hat die Öffentlichkeit zunächst darüber im Unklaren gelassen, ob Putin an seinen ursprünglichen Reiseplänen festhalten wolle.

Nach den Worten Gudkows steht der "radikale Islamismus" weltweit bereit, jede Separatistenbewegung in Russland zu unterstützen. Für diese Kräfte stelle Putin eine "ernsthafte Bedrohung" dar. Die iranische Führung wertete die Warnung dagegen als bewusste Irreführung. Die Berichte über die Attentatspläne stünden in einer Reihe "mit den psychologischen Bestrebungen der Feinde der iranisch- russischen Beziehungen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammed-Ali Hosseini, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

(apa/red)

15.10.2007 21:26