Schönborn in NEWS zum "Fall Arigona":
"Man darf eine Familie nicht zerreißen"
- Kritik an Schubhaft: 14- bis 18-Jährige traumatisiert
- Schönborn hofft auf eine "gute Lösung" für Arigona

·Schwere Aufgaben in Schönborns Amtszeit
Kardinal übernahm 1995 Diözese in schwerer Krise
·Gusenbauer für Toleranz & Respekt
Treffen mit Religions-
Führern im Kanzleramt
Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn nimmt in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS mit ungewöhnlich offenen Worten zum "Fall Arigona" und zur Fremdenproblematik generell Stellung. Der Kardinal betont besonders die Pflicht der Kirche, für Barmherzigkeit einzutreten: "Ich bin froh, dass für Arigona mit Hilfe eines Priesters eine Lösung gefunden werden konnte."
Und dann folgen ganz grundsätzliche ernste Mahnungen des Kardinals: "Man muss ganz klar sagen, dass es nicht möglich ist, im allgemeinen den Familienbegriff hochzuhalten und dann im konkreten eine Familie zu zerreißen." Im übrigen dürfe man das Thema Asyl, Zuwanderung, Integration nicht in erster Linie als Sicherheitsproblem auffassen, denn es "ist gravierendes Unrecht, Menschen, die nach Österreich kommen, generell zu unterstellen, sie hätten kriminelle Absichten."
Kardinal kritisiert Schubhaft
Schönborn weiter: "Menschenwürde ist unteilbar, alles, was auch nur am Rand nach Menschenverachtung riecht, ist abzustellen." In diesem Zusammenhang kritisiert Österreichs Kirchenoberhaupt ganz scharf die Praxis der Schubhaft: "Dass 14- bis 18jährige in Schubhaft gesteckt werden, darf nicht sein, sie verbirgt eine Wirklichkeit, die für die betroffenen Jugendlichen traumatisierend wirkt." Dass Innenminister Günther Platter zuletzt die Rückführung von Arigonas Vater samt Geschwistern aus dem Kosovo erneut ablehnte, kommentiert der Kardinal so: "Über den Einzelfall hinaus ist es für die Kirche immer schmerzlich, wenn Familien zerrissen werden. Ich hoffe aber auch, dass es im "Fall Arigona" zu einer guten Lösung kommt. Ich bin sicher, dass es sich der Minister - und alle anderen Verantwortlichen - nicht leicht machen werden."
Lesen Sie das komplette Interview in der aktuellen NEWS-Ausgabe 42/07!
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