"Jamie Scott & The Town" mit Debütalbum:
Herzschmerz-Musik auf höchstem Niveau
- Sänger verarbeitet Trennung von seiner Jugendliebe
- Von "Take That" persönlich als Vorband ausgewählt

Das Gefühl, das Herz gleiche einem Puzzle und etwas Schweres in der Form eines Hinkelsteins befinde sich im Magen, kennen mittlerweile wohl alle. Ursache dafür ist meist das überaus unberechenbare Phänomen Liebe und entfaltet sowohl auf positive als leider auch auf negative Art und Weise eine geballte Kraft, die - schöner Nebeneffekt immerhin - mitunter Menschen dazu bringt, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Gutes Beispiel dafür ist das erste Album von "Jamie Scott & The Town".
Ein Plattenvertrag und somit die Erfüllung aller Träume, dazu die Frau fürs Leben neben sich, was will man mehr. Aber kennt man den Lauf der Dinge, kann dieser Idealzustand nicht von Dauer sein. So passiert bei Jamie Scott vor sechs Jahren, dessen perfektes Leben in die Brüche ging. Und wie! Plattenvertrag und Freundin zogen sich abrupt aus seinem Leben zurück.
Ein Neuanfang
Er entschloss sich, einen neuen Karriereweg als Filmkomponist einzuschlagen, und schließlich bewahrheitete sich das Prinzip, dass einem Tief ein Hoch folgt. Kurze Zeit später wurde sein musikalisches Talent ein zweites Mal entdeckt, sodass er nun endlich sein erstes Album "Park Bench Theories" veröffentlichen konnte. Und schließlich wurden sogar "Take That" auf ihn aufmerksam und wünschten sich ihn als Vorband für ihre Europa-Tournee, die übrigens am 26. Oktober auch Station in der Wiener Stadthalle machte.
Trennung und Optimismus
Was ist nun zu Jamie Scotts Werk zu sagen? Im Prinzip geht der Hörer mit ihm noch einmal die Trennung mitsamt allen herausbrechenden Gefühlen durch. Gerade bei der ersten Singleauskopplung "When will I see your face again" oder auch bei "Weeping Willow" wird das überaus deutlich. Doch durch sein fantastisches Harmoniegefühl und Gespür für gängige Melodien meint man immer, eine gehörige Optimismus in Scotts Stimme zu spüren. Als ob die Einstellung eingekehrt wäre, das Leben müsse weitergehen und aus allem Vergangenen solle man doch bitte das Beste machen. Dieser Optimismus kommt bei "London Town" und vor allem den letzen beiden Songs "Hey You" sowie "Lady West" zum Vorschein.
Balsam für verletzte Seelen
Also, ihr, deren Schicksal dem Jamie Scotts ähnelt: Zeit nehmen, es sich gemütlich machen, sich dieses Album anhören und mit einem neuen Optimismus das Leben neu angehen!
Jamie Scott & The Town "Park Bench Theories", Polydor
(red)
