Freitag, 12. Oktober 2007

Die Lebenskosten steigen weiterhin an:
Ausgaben binnen sechs Jahren 14% höher

  • Monatliche Mehrkosten seit 2000 von 330 Euro
  • Gesundheitsbereich Spitzenreiter bei Mehrausgaben

Ein österreichischer Haushalt hat zuletzt im Vorjahr um 330 Euro im Monat mehr für den privaten Konsum ausgegeben als noch im Jahr 2000. Damit sind die Verbrauchsausgaben binnen sechs Jahren um 14 Prozent gestiegen; real, also inflationsbereinigt, bleibt unter dem Strich ein Plus von 4 Prozent.

In Summe hat ein Haushalt im Vorjahr 32.868 Euro oder 2.740 Euro im Monat - ohne Kredite, Spareinlagen oder Pensionsversicherungen - für den privaten Konsum aufgewendet. 2000 waren es 28.889 Euro oder 2.410 Euro pro Monat. Das geht aus einer Studie von RegioPlan hervor.

Überdurchschnittlich gestiegen sind die Belastungen beim Wohnen: Die Ausgaben für Miete, Betriebskosten und Instandhaltung des Wohnraums haben sich von 2000 bis 2006 um knapp 19 Prozent verteuert, die Kosten für Strom, Gas und Fernwärme um 16 Prozent.

Für Lebensmittel und Getränke wird zwar anteilsmäßig das meiste Geld ausgegeben, doch seit 2000 haben die Ausgaben in diesem Bereich mit einem Plus von 11 Prozent nicht so stark angezogen wie für Wohnung und Energie. Deutlich mehr geben die Österreicher auch für Bildung und Erholung (+18 Prozent) aus.

Ausgaben für Gesundheitsbereich boomen
Spitzenreiter bei der Zunahme der Konsumausgaben ist aber der Gesundheitsbereich. Zum einem geben die Österreicher mehr für Wellness- und Bioprodukte aus, zum anderen sind auch die Kosten gestiegen: Der Bereich Gesundheitspflege, also die Ausgaben für Arzt- und Spitalskosten, Medikamente sowie private Krankenversicherungen verzeichnet mit 24 Prozent die höchsten Zuwachsraten im Vergleich der Jahre 2006 zu 2000. Für Körperpflege sind die Ausgaben um 14 Prozent gestiegen.

Wie der Vergleich zeigt, "investieren" die Österreicher lieber mehr Geld lieber in die körperliche und geistige Gesundheit als in Kleidung und Accessoires: die Ausgaben für Bekleidung sind nur um 2 Prozent gestiegen. Rauchen scheint indessen gänzlich "out" zu sein, hier sind die Ausgaben seit 2000 um knapp 7 Prozent gesunken.

58 Prozent des Einkommens für Fixkosten
Die regelmäßigen Ausgaben des täglichen Lebens wie Essen, Trinken, Wohnen, Heizung und Licht verschlingen rund 41 Prozent des Hauhaltsbudgets. Öffentlicher und privater Verkehr sowie Internet und Telefon schlagen sich zusätzlich mit 17 Prozent zu Buche - zusammen machen die Fixkosten also rund 58 Prozent der verfügbaren Geldmittel aus. Für Bildung und Erholung werden 14 Prozent ausgegeben. Einen an den Gesamtausgaben gemessen geringen aber steigenden Anteil machen die Bereiche Körper- und Gesundheitspflege mit 3 und 4 Prozent aus, an letzter Stelle liegen die Tabakwaren mit lediglich 2 Prozent.

Verbrauchsausgaben sind alle Anschaffungen oder Dienstleistungen eines privaten Haushalts innerhalb eines Jahres, unabhängig davon, ob sie im Einzelhandel, direkt vom Erzeuger oder im Ausland erworben wurden. Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag nach jüngster Berechnung der Statistik Austria (2004/05) bei 2,3 Personen. (apa/red)

12.10.2007 14:52