Knapp unter neuem Rekordhoch: Der Euro
verharrt derzeit noch in Lauerstellung
- EU-Währung liegt derzeit nur knapp unter 1,4280 $
- Gespanntes Warten auf US-Einzelhandelsumsätze
Der Euro hat in Erwartung wichtiger US-Konjunkturdaten in Lauerstellung verharrt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Vormittag mit 1,4187 Dollar knapp unter ihrem Schlussstand vom US-Handel bei 1,42 Dollar. Damit ist sie weiter in Reichweite ihres Rekordhochs bei etwa 1,4280 Dollar.
"Der Fokus des Marktes liegt darauf, ob die Wirtschaftsdaten die Erwartungen einer Zinssenkung der Fed im Oktober und Dezember ändern", sagte Devisenexperte Mitsuru Sahara von der Bank of Tokio-Mitsubishi UFJ. Sollten die Einzelhandelsumsätze deutlich schwächer als erwartet ausfallen, könnte das Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Oktober wieder nähren. Die Experten der WestLB wiesen darauf hin, dass die jüngsten Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe und steigende Einfuhrpreise in den USA zuletzt die Erwartungen auf eine weitere Zinssenkung der Fed auf ihrer Sitzung Ende Oktober gedämpft hätten. Der Markt sehe die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 37 Prozent.
Nach Einschätzung der Helaba-Analysten werden die Einzelhandelsumsätze zeigen, "inwiefern die Konsumfreude der privaten Haushalte im Verlauf der Hypotheken- und Finanzkrise nachgelassen hat". Zudem stehen am Nachmittag die US-Erzeugerpreise (14:30) und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (16:00) auf der Agenda.
Der deutsche Bundesbankpräsident Axel Weber schürte Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinsgipfel wohl noch nicht erreicht hat. Weber, der auch EZB-Ratsmitglied ist, wies am Donnerstagabend darauf hin, dass die Gefahr einer steigenden Inflation die EZB zu einer Zinserhöhung zwingen könnte, selbst wenn das Wachstum darunter leiden würde.
An der Rentenmärkten erholten sich die Kurse leicht von ihren starken Vortagesverlusten. Der richtungsweisende Bund-Future kletterte um sieben Ticks auf 112,15 Punkte. Händler verwiesen auf die nach ihrem jüngsten Höhenflug leicht nachgebenden Aktienmärkte. "Es gibt einige Gewinnmitnahmen an den Aktienbörsen, und das hilft den Staatsanleihen, sich etwas zu erholen. Aber sie bleiben im Moment verwundbar", sagte Stratege Patrick Jacq von BNP Paribas in Paris. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,377 Prozent. (apa/red)

