DB dementiert eine Einigung mit der GDL:
Bahn wisse nichts von Tarifkonflikt-Lösung
- Zurückweisung der Medienberichte über Fortschritte
- PLUS: Zugausfälle ziehen Millionenschaden mit sich

·DB: Streik wird von Deutschen befürwortet
Unterstützung trotz Ver- spätung & Zugausfällen
·Chronologie des Lokführer-Streiks
Deutsche Bahn: Konflikt nach 10 Monaten beendet
Die Deutsche Bahn hat Medienberichte über eine Kompromisslösung im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL zurückgewiesen. "Die Deutsche Bahn weiß nichts von einer Einigung im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)", erklärte Konzernsprecher Oliver Schumacher. Klar sei: "Die Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn steht nicht zur Disposition", betonte er.
"In diesen Stunden wird ein Angebot an die GDL abschließend erarbeitet, welches der GDL und der Öffentlichkeit in Kürze vorgestellt wird", sagte der Sprecher. Auf dieser Basis erwarte die Bahn "eine zügige Aufnahme von Tarifverhandlungen, um den Konflikt konstruktiv zu lösen."
Der "Spiegel" hatte zuvor unter Berufung auf einen Sitzungsteilnehmer berichtet, beim Treffen des Aufsichtsratspräsidiums sei eine Einigung erzielt worden. Demnach solle die GDL einen eigenen Vertrag bekommen, der zu mehr als 90 Prozent deckungsgleich sei mit dem Tarifvertrag der übrigen Bahn-Mitarbeiter und zusätzlich lokführerspezifische Punkte kläre. Am Samstag hatte bereits GDL-Chef Manfred Schell erklärt, er wisse nichts von einer Einigung.
Millionenschaden durch Streik
Der Streik der Lokführer kann der Deutschen Bahn immense Einbußen bei den Zahlungen der Länder für den Nahverkehr bescheren. Bahnsprecher Achim Stauß bestätigte einen Bericht der "Neuen Presse" in Hannover, wonach Bundesländer und Verkehrsverbünde für nicht gefahrene Züge auch keine Zahlungen an die Bahn leisten müssen. "Es ist ein einfacher Grundsatz: Bezahlt wird nur, was gefahren wird", sagte Stauß der AP. Zur Höhe der Verluste wollte der Bahnsprecher sich noch nicht äußern.
Der Zeitung zufolge geht es um Beträge in Millionenhöhe. Der Geschäftsführer der niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), Wolf Gorka, sagte der Zeitung, die Deutsche Bahn bekomme in Niedersachsen pro Tag rund eine Million Euro für die Fahrten der Nahverkehrszüge. Jetzt sei mit Rückforderungen zu rechnen. "Die DB würde eine halbe Million täglich verlieren, wenn nur jeder zweite Zug fährt", sagte Gorka. "Bundesweit dürfte der Streiktag die DB mehrere Millionen Euro kosten."
Allein die Region Hannover will dem Bericht zufolge von der Bahn 108.000 Euro zurückfordern. "Die Leistung, die wir bestellt haben, wurde nicht erbracht, also bekommen wir das Geld erstattet", sagte ein Sprecher. Stauß erklärte allerdings, dass es nicht um Rückzahlungen gehe. Die Länder könnten nach Streiks einfach im Rahmen ihrer monatlichen Zahlungen an die Bahn weniger Geld überweisen. (apa/red)

