Sonntag, 28. Oktober 2007

Kein Konsens gefunden: Metaller vertagen die Lohnverhandlungen auf Ende Oktober

  • Starre Fronten zwischen Industrie und Mitarbeitern
  • Weitere Punkte sind dafür weitgehend unumstritten

Bisher sind die Gräben in der Herbstlohnrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft, die zweite Kollektivvertragsverhandlungsrunde für die Metallindustrie ist gescheitert. Die Metaller läuten traditionell die Herbstlohnrunde ein, ihr Abschluss gilt als richtungsweisend für alle Branchen. Wie von Verhandlungsteilnehmern zu hören war, hängt der Haussegen zwischen beiden Verhandlungsseiten extrem schief.

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde war noch alles eitel Wonne und von beiden Seiten hatte es hinter vorgehaltener Hand geheißen, eine Einigung sei durchaus möglich. Als sich dann jedoch die Verhandlungstüren öffneten, war von Harmonie wenig zu spüren.

Nächster Termin im Oktober
Und während man zwischen der ersten und zweiten Verhandlungsrunde nur eine Woche verstreichen ließ, gönnten sich die Verhandler zweieinhalb Wochen Pause, um in den Gremien zu beraten. Nächster Verhandlunhgstermin ist der 29. Oktober. Im Vorjahr benötigten Arbeitgeber und Gewerkschafter vier Anläufe für eine Einigung.

"Verteilungsspielräume sind vorhanden"
Die "Standpunke sind noch zu weit auseinander", meinte Metallergewerkschafts-Chef Erich Foglar nach den Verhandlungen. Es gehe um "Nachhaltigkeit versus Einmalzahlung". Und GPA-Chefverhandler Karl Proyer ergänzte: "Die Wirtschaft fährt seit drei Jahren außerordentliche gute wirtschaftliche Erträge ein. Verteilungsspielräume sind daher vorhanden." Die Arbeitgeberseite wiederum mahnte, den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. "Alle Branchen schauen auf uns", so Leitz-Geschäftsführer Hermann Haslauer. Man sei nicht einmal soweit gekommen, um über den Prozentsatz der künftigen Lohnerhöhung zu sprechen.

Prozentuelle Erhöhung vs. Einmalzahlung
Die Gewerkschaft fordert eine prozentuelle Lohnerhöhung in Richtung vier Prozent, während die Arbeitgeberseite den momentanen Wirtschaftsboom gerne mit einer Einmalzahlung abgeglichen hätte. Im Vorjahr betrug das Metaller-KV-Plus 2,6 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung von 100 Euro für Industriebetreibe, die nach Zinsen und Steuern Gewinne schrieben. Den höchsten Abschluss der vergangenen Jahre gab es 2005 mit 3,1 Prozent Lohnsteigerung. Verhandelt werden die Löhne von 104.000 Arbeitern und die Gehälter von 60.000 Angestellten der Metallindustrie. (apa/red)

28.10.2007 22:31