15.10.2007 09:51

"Licht und Schatten": Hickersberger zieht zwiespältige Bilanz nach 1:3 in der Schweiz

  • 1. Hälfte positiv, Gegentore und Rückfall negativ
  • Lob für Alexander Manninger und Yüksel Sariyar

Josef Hickersberger hat bei der 1:3-Niederlage gegen die Schweiz "Licht und Schatten" gesehen. Zufrieden war der 59-Jährige unter anderem mit der spielerischen Steigerung in der ersten Hälfte, dagegen lagen ihm etwa die Fehler bei den Gegentoren oder der Rückfall nach dem 1:3 in der Anfangsphase der zweiten Hälfte im Magen.

"Wir waren in diesem Spiel Außenseiter, dennoch ist es uns vor allem in der ersten Hälfte gelungen, die Schweiz zu vielen Fehlern zu zwingen, weil wir gut organisiert waren und gut in die Zweikämpfe gekommen sind. Das hat gegen Japan und Chile gefehlt", analysierte Hickersberger. Erfreut war der Teamchef auch über die Reaktion auf das frühe 0:1.

Nichtsdestotrotz bleibt unterm Strich die Tatsache, dass Österreich mittlerweile neun Länderspiele sieglos ist. Nach dem 1:3 in der 56. Minute war die Partie laut Hickersberger aber entschieden. "Leider sind dann die Ordnung und die Konzentration verloren gegangen. Wir haben unser Spiel nicht mehr so wie in der ersten Hälfte durchziehen können. Die Ursache dafür war, dass wir uns in Ballbesitz zu wenig ausrasten konnten - Jose Mourinho nennt das 'Resting in Possession'."

Sein persönliches Resümee bezeichnete Hickersberger als "nicht erfreulich, weil wir ein Länderspiel verloren haben. Auf der anderen Seite hat man jedoch gesehen, dass die Mannschaft unbedingt ein gutes Resultat wollte und sich nach dem 0:1 aufgebäumt hat. Vor der Pause haben wir für ein Auswärtsspiel in unserer derzeitigen Situation ein überraschend gutes Spiel gemacht. Die erste Hälfte war in etwa das, was wir mit diesem Kader spielen können", erklärte der Niederösterreicher.

Am Ende aber hätte wieder einmal die körperliche Frische gefehlt - ein Problem, das bei der ÖFB-Auswahl wohl bis zur EURO aktuell sein wird. "Die Spieler müssen im physischen Bereich hart an sich arbeiten. Beim Nationalteam wird das nicht gehen, weil zu wenig Zeit ist", sagte Hickersberger und kündigte genaue Leistungstests im Frühjahr an. "Wenn einige den Mindest-Anforderungen nicht entsprechen, werden sie bei der EURO nicht dabei sein - außer, es handelt sich um Weltklasse-Spieler", meinte der Coach mit ironischem Unterton.

Lob gab es auch für Alexander Manninger ("Er war ein sicherer Rückhalt") und Yüksel Sariyar. "Er hat ein sehr gutes Länderspiel abgeliefert und die Rolle, die ich von ihm verlangt habe, sehr gut gespielt."

(apa/red)

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15.10.2007 09:51
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