14.10.2007 14:05

"Gruezi, Schweiz! Servus, Österreich!": Deutschland startet schon Mission EM-Titel

  • Als erstes Team für die EURO 2008 qualifiziert
  • Löw mit Luxusproblem - Plus: Briten auf Vormarsch

"Gruezi, Schweiz! Servus, Österreich! Da sind wir schon!" - Nicht nur das Boulevard-Blatt "Bild" freute sich über die vorzeitige Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft für die EURO 2008. Ab sofort läuft für die Deutschen, die das Ticket endgültig mit einem 0:0 in Irland lösten, der Countdown Richtung Endrunde. Auch England und Schottland sind voll auf EM-Kurs.

Teamchef Joachim Löw, in Deutschland längst allerorts anerkannt und gefeiert, freut vor allem, dass ab sofort mit den konkreten Planungen begonnen werden kann: "Jetzt haben wir eine Planungssicherheit, wir können an Dinge ganz konkret herangehen, in Ruhe vorausdenken." Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn nicht direkt nach der erfolgten Quali auch schon die Planungen für das Heimspiel am Mittwoch gegen Tschechien laufen würden. Die Feier in Dublin war deshalb gebremst, nur ein paar Spieler setzten sich in ein Pub ab, Schampus wurde keiner verspritzt.

"Gegen Tschechien in München vor ausverkauftem Haus ist schon noch mal ein kleines Highlight in der Qualifikation. Da wollen wir eine gute Leistung abliefern und einen Sieg erringen", so der 47-jährige Löw, der es geschafft hat, dass Deutschland auch in Zeiten höchster Personalnot schön und erfolgreich spielt. Und nun, sowie wohl auch bei der EURO, ein klassisches Luxusproblem hat, nämlich ein Überangebot an Top-Kickern.

Großer Konkurrenzkampf
Löw meinte dazu: "Wir haben der Mannschaft schon gesagt, dass jetzt der Konkurrenzkampf größer geworden ist. Spieler wie Klose, Ballack, Lahm und andere waren verletzt, dadurch kamen junge nach, die ihre Chance genutzt haben. Der Wettbewerb ist auf allen Positionen entbrannt. Und das wird sich noch ein bisschen zuspitzen im nächsten Jahr, wenn es definitiv um die EM-Plätze geht. Es darf sich keiner zurücklehnen."

Genau dieser Konkurrenzkampf um die nur 23 EM-Plätze ist wohl auch ein Grund, warum die Quali derart komplikationsfrei gelungen ist. "Wir haben es geschafft, nach der WM die Spannung aufrecht zu halten, haben uns permanent neue Ziele gesetzt. Wir haben nie nachgelassen was die Entwicklung der Spieler betrifft. Wir haben immer versucht, klare Vorgaben zu machen und die Spieler anzutreiben. Gewisse Dinge sind immer besser automatisiert und sicherer geworden", so Löw.

Briten auf dem Vormarsch
England marschiert mit Riesenschritten Richtung EM 2008. Nach dem fünften 3:0-Sieg in Serie - am Samstag war Estland der chancenlose Konkurrent - will das Mutterland des Fußballs bereits am Mittwoch mit einem vollen Erfolg gegen Russland in Moskau die EURO-Tickets lösen. Mit Schottland sorgt ein weiteres Team von der britischen Insel für Furore, nach dem 3:1 über die Ukraine liegt der Außenseiter in seiner Gruppe weiter vor Weltmeister Italien und "Vize" Frankreich.

"Wir haben einen fantastischen Lauf", jubelte Erfolgscoach Alex McLeish, der am Mittwoch in Georgien mit einem weiteren Erfolg nachlegen will. "Niemand hat am Anfang an uns geglaubt, als wir in eine solche Gruppe gelost wurden." Dank ihrer starken Leistungen haben die Schotten auch dem Weltmeister vor dem direkten Duell am 17. November in Glasgow gehörigen Respekt eingeflößt. "Jetzt müssen wir nach vorne blicken und uns für diese Schlacht vorbereiten", meinte Italiens Teamchef Roberto Donadoni nach einem mühsamen 2:0-Erfolg der "Squadra Azzurra" gegen Georgien.

Frankreich lachender Dritter
Lachender Dritter dieses Duells könnte Frankreich sein, das sich auch von einer durch Nebel ausgelösten Anreise-Odyssee auf den Färöer nicht beirren ließ. Nach der Ankunft erst drei Stunden vor Anpfiff gewannen die "Bleus" 6:0. Thierry Henry steht nach seinen 41. Länderspiel-Tor nun auf einer Stufe mit Rekordtorjäger Michel Platini: "Das ist eine große Ehre für mich", betonte der Barcelona-Stürmer.

England reist mit fünf Erfolgserlebnissen im Gepäck nach Moskau. "Wir werden in Russland unseren Job erledigen und das gewünschte Resultat einfahren", meinte Teamchef Steve McClaren. Das Team der "Three Lions" hatte der Mannschaft von Guus Hiddink bereits vor wenigen Wochen im Wembley-Stadion eine 0:3-Niederlage zugefügt. Sorgen bereiten den Briten vor dem Spiel auf Kunstrasen im Luschniki-Stadion nur die Verletzungen der Verteidiger John Terry und Ashley Cole. Letzterer musste gegen Estland wegen einer Knöchelblessur ausgetauscht werden.

Günstig stehen die Karten auch für Europameister Griechenland. "Putzt den EM-Pokal blank. Wir kommen", frohlockte die Zeitung "Athlitiki Icho" nach dem 3:2 gegen Bosnien. Coach Otto Rehhagel sah seine Mannschaft vor dem Gastspiel in Istanbul noch nicht durch: "Ein Tor ist erst ein Tor, wenn der gesamte Ball über der Linie ist."

(apa/red)

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14.10.2007 14:05
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