Hamilton könnte sich Rücktritt vorstellen:
Brite ist genervt von anhaltenden Querelen
- Neuer Wirbel nach Äußerungen von Ron Dennis
- McLaren heizt Alonsos Konspirationstheorien an

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Formel-1-Pilot Lewis Hamilton ist so genervt von den anhaltenden Querelen in der Formel 1, dass er sich sogar einen kompletten Ausstieg vorstellen kann. "Wenn das so weitergeht, dann ist das kein Platz, an dem ich lange sein möchte. Politik ist der ärgerliche Teil des Geschäfts. Ich sehe keinen Grund, warum ich darin gut sein müsste", sagte Hamilton der "auto motor und sport" in einem Interview. Derweil sorgt eine Äußerung von McLaren-Teamchef Ron Dennis weiter für Wirbel in der Formel-1-Szene.
Hamilton verteidigt seinen Rennstall gegen alle Spionage-Vorwürfe: "Ich schaue mir seit 15 Jahren Formel-1-Rennen an. Jetzt sehe ich mit eigenen Augen, warum McLaren-Mercedes erfolgreich ist. Es gibt keinen Grund, warum dieses Team betrügen sollte. Ich führe in der WM, weil wir ein besseres Auto als Ferrari haben und weil das Team bei der Standfestigkeit einen besseren Job gemacht hat."
Als wären die Spionage-Affäre, in die neben McLaren-Mercedes auch Erzrivale Ferrari verwickelt war, und die anschließenden Strafen für die Silberpfeile - 100 Millionen Dollar Geldstrafe und der Ausschluss aus der Konstrukteurswertung 2007 - nicht genug gewesen. Sportlich gibt der britisch-deutsche Rennstall mit seinem disharmonierenden britisch-spanischen Fahrer-Duo zwar seit dem zweiten Rennen von der Spitze weg den Ton an. Doch Alonsos Angriffe auf die Teamführung und die ständigen Unterstellungen, im Kampf gegen Hamilton benachteiligt zu werden, sorgen für kaum mehr überwindbare Unstimmigkeiten.
Eine Äußerung von McLaren-Teamchef Ron Dennis sorgt nach dem Großen Preis von China weiter für Wirbel in der Formel-1-Szene. Vor englischen Medien-Vertretern hatte der Brite erklärt, dass man nicht gegen Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, sondern vor allem gegen Team-Mitglied Fernando Alonso gefahren sei. Dennis habe die Konspirations-Theorien des Spaniers damit angeheizt, schrieb die Londoner "Times".
Alonso erwartet in Brasilien Gleichbehandlung
"Wir fühlen uns nicht wohl, wenn sich einer unserer Fahrer unwohl fühlt", sagt Dennis. Mit dem sich jederzeit sicht- und hörbar unwohl fühlenden Alonso sollen nach der Saison Gespräche geführt werden. Immerhin kann der Spanier (103 Punkte), der einen Vertrag für 2008 bei McLaren-Mercedes hat, in rund eineinhalb Wochen nun doch noch zum dritten Mal in Serie Weltmeister werden. Vier Punkte muss er gegenüber Hamilton (107) aufholen. Räikkönen (100) hat beim Dreikampf im brasilianischen Sao Paolo ebenfalls noch Chancen.
Alonso erwartet in Brasilien eine Gleichbehandlung, zumindest gab der 26-Jährige dies so zu Protokoll, nachdem er in China Zweiter hinter Räikkönen geworden war. Rivale und WM-Spitzenreiter Hamilton, der sich im Gegensatz zu Alonso seinem Team öffentlich immer loyal gegenüber verhält, war hingegen ausgefallen.
Strafe für Hamilton im Raum
Dass er möglicherweise zu lange in seinem Wagen sitzen blieb in der Hoffnung, noch einmal aus dem Kiesbett geschoben zu werden, könnte nun die Regelhüter auf den Plan rufen, glaubt die spanische Sportzeitung "Marca". Nachdem Hamilton in der Brems-Affäre von Japan freigesprochen worden war, hoffen Alonso-Fans nun wohl auf eine Strafe. Der Spanier selbst hofft auf ein Happy End beim Finale am 21. Oktober. Doch sollte am Ende ausgerechnet Ex-McLaren-Mercedes-Mann Räikkönen der lachende Dritte sein, wäre die Riesenblamage für die Silbernen perfekt.
(apa/red)
