Freitag, 12. Oktober 2007

Phillip Island rüstet sich zum Triumphzug:
MotoGP-Weltmeister Stoner kommt heim

  • Designierter Weltmeister will in der Heimat gewinnen
  • Valentino Rossi triumphierte hier bereits siebenmal

Vor zwei Jahren noch bezeichneten Kritiker Casey Stoner wegen seiner zahlreichen Ausfälle ziemlich uncharmant als "Crasher" oder auch "Rolling Stoner". Doch die Zeiten haben sich geändert. Am Wochenende kehrt der einstige Bruchpilot als designierter Motorrad-Weltmeister in sein australisches Geburtsland zurück, er gilt beim drittletzten Saisonrennen am Sonntag auf Phillip Island aber nicht nur aufgrund der heimatlichen Luft als großer Favorit.

Es soll ein wahrer Triumphzug werden für Stoner, der sich schon Ende September in Japan zum zweitjüngsten Champion aller Zeiten gekrönt hat. Auch wenn die bisherigen Auftritte auf dem idyllischen Kurs mit Meeresblick für den 21-Jährigen eher zwiespältige Angelegenheiten waren. Erst einmal, nämlich 2004, landete der Ducati-Pilot in der 125-ccm-Klasse als Dritter auf dem Podest.

Nach acht Siegen in der laufenden Saison, in der das "Babyface" nie außerhalb der Top-Sechs landete, dürften diese Erinnerungen freilich schon einigermaßen verblasst sein. Und so ließ sich Stoner auch in den ersten beiden Freien Trainings am Freitag nicht lumpen, unterstrich trotz Regens mit zwei Bestzeiten seinen Siegeswillen.

"Ich liebe die Strecke, und ich erwarte meine Fans schon mit Ungeduld", blickte Stoner dem Rennen freudig entgegen. "Die Leute hier in Australien nehmen den Sport jetzt mehr wahr." Prompt überstieg die Ticket-Nachfrage die Kapazitäten um 150 Prozent - obwohl zusätzliche Tribünen aufgestellt worden sind.

Rossi gewann hier siebenmal
Doch die Konkurrenz scheint nach wie vor hungrig zu sein. Der bereits geschlagene Italiener Valentino Rossi triumphierte auf Phillip Island schon siebenmal, kann sich in Australien zudem auf eine nach wie vor große Fanbasis stützen. Mit einem Sieg würde der Yamaha-Fahrer wohl auch dem Spanier Dani Pedrosa (Honda) im Kampf um Platz zwei einen entscheidenden Dämpfer versetzen. Vor dem Rennen "Down under" liegt Pedrosa 26 Punkte hinter Rossi.

Lorenzo dominiert 250er-Klasse
In der 250-ccm-Kategorie duellieren sich nach wie vor der Spanier Jorge Lorenzo und sein Erzrivale Andrea Dovizioso um den Titel. Dem Italiener fehlen auf den führenden Titelverteidiger aber bereits 36 Punkte, Alex de Angelis aus San Marino dürfte als Dritter mit 56 Zählern Rückstand ohnehin nur mehr theoretische Chancen haben.

Ranseder hofft auf Top-Ten-Platz
Hochspannung herrscht hingegen noch in der 125-ccm-Klasse. Der ungarische Aprilia-Pilot Gabor Talmacsi hat drei Rennen vor Schluss die Nase nur neun Punkte vor dem Spanier Hector Faubel (Aprilia), der heuer die meisten Siege einfuhr. Der derzeit elftplatzierte österreichische KTM-Fahrer Michael Ranseder darf sich immerhin noch Hoffnungen auf einen WM-Platz unter den Top Ten machen.

(apa/red)

12.10.2007 13:08