Dienstag, 9. Oktober 2007

Koubek hat neue Beständigkeit gefunden:
Sieg über Carlos Moya keine Überraschung

  • Über sich: "Einer der besten Koubeks seit langem"
  • Überzeugender Drei-Satz-Erfolg über die Nummer 15

(Beinahe) vergessen ist die Disqualifikation beim ATP-Turnier in Metz: Stefan Koubek präsentierte sich in seinem Auftaktspiel bei der mit 642.750 Euro dotierten BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle vor rund 6.500 Zuschauern in ausgezeichneter Form. Der 7:6,5:7,6:2-Erfolg über Carlos Moya, Nummer 15 der Welt bzw. 6 des Turniers, war gar nicht so eine Überraschung. Trotz seiner bald 31 Jahre (am 2. Jänner) schlummert in ihm vielleicht sogar noch ein großer Coup.

Koubek ist bekannt für seine ups and downs, seine Unbeständigkeit und dafür, dass er bei einem Turnier einen "Lauf" bekommen kann. Doch auch wenn es sich in den Resultaten noch nicht so ganz niedergeschlagen hat: Der ÖTV-Davis-Cup-Spieler hat zuletzt eine für ihn doch außergewöhnliche Konstanz entwickelt. Bei den US Open, als er nach tollen Leistungen die dritte Runde erreicht, und einen James Blake immerhin zu vier Sätzen gezwungen hat, scheint ihm ein bisschen der berühmte Knopf aufgegangen zu sein.

"Ich hab' mich eigentlich schon in der Woche davor in New Haven sehr gut gefühlt und ich trainiere schon lange auf hohem Niveau", bestätigt Koubek, der den immer wieder von ihm zitierten "Touch" derzeit jederzeit abrufen kann. Im Training und im Match. "Das ist derzeit sicher einer der besten Koubeks seit langem", meinte er deshalb auch. "Ich fühle mich bei Vor- und Rückhand extrem wohl, mache derzeit kaum Fehler. Und auch wenn Blödheiten passieren, bleibe ich dran", beschreibt Koubek sein Hoch.

Auch das Training gestalte er nun effizienter. "Ich trainiere vielleicht nicht mehr ganz so viel wie früher, aber genauer und bin da auch mehr bei der Sache als früher."

Zweite Runde gegen Lopez oder Eschauer
Eine kleine Unkonzentriertheit kostete Koubek den durchaus möglichen Zweisatz-Sieg über einen Moya, der heuer im Viertelfinale der French und der US Open gestanden ist. Die nächste Hürde ist entweder Feliciano Lopez oder Werner Eschauer. Gegen Lopez, der gegen Eschauer freilich Favorit war, hat Koubek eine 2:3-Bilanz, das bisher letzte Aufeinandertreffen heuer in Zagreb hat der Kärntner knapp mit 2:6,7:6,6:4 gewonnen. 2003 in Wien sah Koubek beim 2:6,2:6 hingegen alt aus. Der Spanier gewann 2004 in Wien und war zuletzt gut in Form, wovon ein US-Open-Achtelfinale und ein Tokio-Viertelfinale zeugen.

Gegen Eschauer hat Koubek noch nie gespielt, allerdings hat er mental ein kleines Problem gegen Landsleute. 2006 unterlag er in Pörtschach Jürgen Melzer mit 4:6,5:7 und - noch schlimmer für ihn - war heuer die Erstrunden-Niederlage in Kitzbühel. Das 4:6,0:6 gegen Daniel Köllerer hat er quasi aus seinem Gedächtnis gestrichen. "Kitzbühel, was war da?", scherzte er.

Im Viertelfinale kommt Nalbandian
Meistert Koubek die zweite Hürde, dann könnte er im Viertelfinale auf David Nalbandian treffen. Gesetzten gibt es bis ins Halbfinale nach der Absage von Richard Gasquet (FRA-4) keinen für den Schützling von Günter Bresnik und Touring-Coach Thomas Strengberger. Da hat es Jürgen Melzer mit einem möglichem Viertelfinale gegen Topstar Novak Djokovic (SRB-1) weit schwieriger.

(apa/red)

9.10.2007 16:52