Weißrussen gehen gegen Diktatur auf die Straße: Demo fordert rasche EU-Integration
- Trotz vehementer Drohungen der Sicherheitskräfte
- Opposition fordert die Einhaltung von Bürgerrechten

Im autoritär regierten Weißrussland haben etwa 1.000 Regimegegner an einem "Europa-Marsch" teilgenommen und für eine Annäherung der Ex-Sowjetrepublik an den Westen demonstriert. Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot zogen die Demonstranten in dem von Oppositionschef Alexander Milinkewitsch angeführten Marsch durch die Hauptstadt Minsk.
"Der Weg zur Befreiung Weißrusslands führt über Europa", rief Milinkewitsch den Oppositionsanhängern zu. Die Sicherheitskräfte drohten wiederholt mit einer gewaltsamen Auflösung des Marsches, da die Staatsmacht nur eine Kundgebung außerhalb des Zentrums genehmigt hatte.
500 Verhaftete
Im Vorfeld der Kundgebung waren bis zu 500 Gegner des autoritär regierenden Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko in Polizeigewahrsam genommen worden, wie die Agentur Belapan meldete. Viele Demonstranten trugen die blaue Europa-Flagge oder die alte weiß-rot-weiße Fahne Weißrusslands.
Lukaschenko hatte sich nach den jüngsten Konflikten mit Moskau um verbilligte Energielieferungen offener für eine Annäherung an die Europäische Union gezeigt. Die Demonstranten forderten unter anderem die Einhaltung bürgerlicher Grundrechte im Land sowie die Freilassung politischer Gefangener. Die Opposition verlangt zudem Aufklärung über das Schicksal mehrerer seit Jahren vermisster Oppositionspolitiker, die nach unbestätigten Berichten von "Todesschwadronen" ermordet worden sein sollen.
(APA/red)
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