Militärjunta nimmt Protestanführer fest:
Ausgangssperre wieder gelockert worden
- UN-Sondergesandter Gambari in Südostasien erwartet
- Bezahlte Aufmärsche für "disziplinierte Demokratie"

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Der Namensdiktatunfug der burmesischen Junta
Kurz vor der Ankunft des UNO-Sondergesandten Ibrahim Gambari in Südostasien hat das Militärregime in Burma führende Oppositionelle festgenommen. Die Menschenrechtsorganisation amnesty international teilte mit, Sicherheitskräfte hätten bei einer Razzia sechs Dissidenten festgenommen. Unter ihnen sollen sich Htay Kywe sowie Mi Mi befinden, die Mitte August die ersten Proteste gegen die Militärjunta in Burma angeführt hatten.
In der Hauptstadt Rangun demonstrierten mehrere zehntausend Menschen ihre Unterstützung für die Militärregierung, die Sicherheitsmaßnahmen wurden gelockert.
Nacht- und Nebelaktion gegen Oppositionelle
Nach Berichten von Augenzeugen drangen etwa 70 Sicherheitskräfte in ein Wohnhaus ein, in dem sich die Oppositionellen aufhielten. Zunächst hatte amnesty nur von vier Festnahmen gesprochen, erhöhte die Zahl später aber auf sechs. Htay Kywe und Mi Mi waren Ende August nach der Verhaftung von 13 Gesinnungsgenossen untergetaucht. Bei einem weiteren Festgenommenen soll es sich um den 43-jährigen Aung Thu handeln. Die drei gehören der Gruppe der "88er Studenten" an. Sie hatten den Aufstand gegen das Regime 1988 angeführt und bereits jahrelang im Gefängnis gesessen. Die drei anderen Oppositionellen seien noch nicht identifiziert. amnesty zeigte sich "besorgt" über ihr Schicksal und warnte, sie könnten gefoltert werden.
Ausgangsverbot gelockert
Die Junta lockerte die für Rangun geltende Ausgangssperre. Lautsprecherwagen verkündeten nach den Festnahmen, dass das am 25. September verhängte nächtliche Ausgangsverbot statt bisher sechs nur noch vier Stunden lang gelte, berichteten Einwohner. Auch die Präsenz der Sicherheitskräfte habe abgenommen. Der Betreiber eines Internetcafés in der Hauptstadt teilte mit, der Zugang ins Internet funktioniere seit dem Vorabend wieder uneingeschränkt. Beobachtern zufolge spricht die Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen dafür, dass Burmas Regierung das Gefühl hat, die Protestbewegung weitgehend unterdrückt zu haben.
Auf zur "Demokratur"?
In Rangun versammelten sich große Menschenmassen auf dem größten Sportplatz südlich der Stadt, wo Regierungsvertreter für die Pläne der Junta für die Errichtung einer "disziplinierten Demokratie" in dem Land warben. Offiziellen Angaben zufolge nahmen rund 120.000 Menschen an der Veranstaltung teil. Wie aus Behördenkreisen verlautete, wurde vielen Demonstranten Geld versprochen - umgerechnet knapp 60 Cent. Ähnliche Demonstrationen hatte es in den vergangenen Wochen bereits in anderen Städten Burmas gegeben.
Gambari wurde zum Auftakt seiner zweiten Mission in der thailändischen Hauptstadt Bangkok erwartet. Er wollte auf seiner Reise durch Südostasien den Druck auf die burmesische Regierung für Reformen erhöhen. Weitere Stationen des UNO-Diplomaten sind Malaysia, Indonesien, Indien, China und Japan. Zum Abschluss wird Gambari erneut in Burma erwartet. Bei seiner ersten Mission im September war er dort sowohl mit Juntachef Than Shwe als auch mit der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengekommen. (apa/red)
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